03.03.2020

Pakistan: Muslime schlagen christlichen Landarbeiter tot

Sie warfen dem 22-Jährigen vor, ihr Wasser entweiht zu haben

Lahore (idea) – Aufgebrachte Muslime haben in Pakistan einen christlichen Landarbeiter so schwer zusammengeschlagen, dass er drei Tage später im Krankenhaus gestorben ist. Wie die katholische Nachrichtenagentur Ucanews berichtet, hatte der Mann, Saleem Masih (22), sich am 25. Februar nach Feierabend in dem Dorf Bhagiana – 90 Kilometer südwestlich von Lahore – in dem Brunnen eines muslimischen Bauern gewaschen. Daraufhin hätten vier Muslime ihn beschuldigt, ihr Wasser entweiht zu haben, berichtete der Bruder des Getöteten, Nadeem Masih. Sie hätten ihn unter anderem mit einer Eisenstange geschlagen und schwer verletzt liegen gelassen. Er starb am 28. Februar an multiplem Organversagen. Zwar habe die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen, doch sie wenig später freigelassen.

1.000 Besucher bei der Trauerfeier – Christen werden wie „Abschaum“ behandelt

Ucanews zufolge nahmen über 1.000 Christen an der Trauerfeier für Saleem Masih am 29. Februar teil. Unter den Trauergästen sei auch der Minister für Menschenrechte, Minderheiten und interreligiöse Harmonie der Provinz Punjab, Ejaz Alam Augustine (Lahore), gewesen. Der Pastor der Kirchengemeinde von Bhagiana, Saleem Massey, verurteilte die Tat. Er bedauerte, dass Christen in dem muslimischen Land wie „Abschaum“ behandelt würden. Er rief die Regierungsvertreter auf, Minderheiten besser zu schützen.

Parallelen zum Fall Asia Bibi

Ein Sprecher der überkonfessionellen Hilfsorganisation für verfolgte Christen – Zentrum für Rechtshilfe, Unterstützung und Siedlung (CLAAS) – warf der Polizei vor, Übergriffe auf Christen nicht mit dem nötigen Nachdruck zu verfolgen. Den Angaben zufolge sind 2,6 Prozent der 110 Millionen Einwohner der Provinz Punjab Christen. Immer wieder kommt es dort zu Gewalt gegen Christen. Der bekannteste Fall war der der Katholikin Asia Bibi, deren Verurteilung zum Tod wegen angeblicher Blasphemie nach fast neun Jahren in der Todeszelle im Januar 2019 durch das höchste Gericht Pakistans aufgehoben worden war. Ihr war vorgeworfen worden, als „Ungläubige“ durch Berührung eines Gefäßes das Wasser für muslimische Feldarbeiterinnen verunreinigt und sich im Streit beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Im Mai 2019 konnte die Katholikin nach Kanada ausreisen. Derzeit hält sie sich in Frankreich auf. Von den knapp 200 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.