05.06.2020

Deutschland: Gottesdienst in Dresden gestört

Mann belästigte Gottesdienstbesucher in der Dresdner Kreuzkirche. Eindringling sah eine Pegida-Kundgebung durch das Glockengeläut gestört

Dresden (idea) – Weil er das Glockengeläut der Dresdner Kreuzkirche als störend für eine Pegida-Veranstaltung empfand, hat ein 65-Jähriger einen Gottesdienst gestört und eine Frau geschlagen. Dem Polizeibericht zufolge ereignete sich der Vorfall am Pfingstmontag (1. Juni). An diesem Tag veranstaltete die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden einen Familiengottesdienst in der Kreuzkirche. Zeitgleich fand auf dem Dresdner Altmarkt eine Pegida-Kundgebung mit anschließendem Aufzug statt. Laut Polizeibericht forderte der Mann am Rande des Versammlungsgeschehens zunächst Gottesdienstteilnehmer in der Kreuzkirche dazu auf, das Glockengeläut einzustellen. Als er selbst das Gebäude verlassen sollte, habe er nach einer 44-Jährigen geschlagen und sie verletzt. Der Staatsschutz der Dresdner Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirke Dresdens, Mira Körlin, bestätigte den Vorfall gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Demnach habe der diensthabende Pfarrer Tobias Funke die Gemeinde gerade zur Verabschiedung nach draußen begleiteten wollen, als der Mann in den Vorraum der Kirche gestürmt sei und sich über das Geläut zum Ende des Gottesdienstes beschwert habe. „Pfarrer Funke hat das als massiven Eingriff in den Gottesdienst empfunden und behält sich vor, Anzeige zu erstatten“, so Körlin. Grund sei neben der Störung dabei auch die Nichteinhaltung des Mindestabstands durch den Eindringling.