06.02.2020

Deutschland: Muslim stört Gottesdienste in Ostfriesland

Mann wollte in zwei christlichen Gottesdiensten für den Islam werben. Der 33-Jährige aus der Elfenbeinküste war schon zuvor auffällig geworden

Leer (idea) – Ein 33 Jahre alter Mann aus dem westafrikanischen Land Elfenbeinküste hat am 2. Februar zwei Gottesdienste im ostfriesischen Leer gestört. Dabei wollte er für den Islam werben. Der im 15 Kilometer entfernten Rhauderfehn lebende Mann kam in der Reformierten Kirche im Ortsteil Leer-Loga etwas zu spät in den 10-Uhr-Gottesdienst, setzte sich in die erste Reihe und störte dann durch Zwischenrufe, berichtete die im Gottesdienst anwesende frühere Gemeindepastorin Christina Kimmich (72) der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Sie habe den Mann daraufhin angesprochen und ihn hinausbegleitet: „Alles war dabei sehr friedlich.“ Angst habe sie zu keinem Zeitpunkt gehabt. Ähnliches passierte 20 Minuten später in der Friedenskirche, ebenfalls im Ortsteil Loga. Gemeindepastor Benjamin Jaeckel sagte idea: „Während eines Liedes ging er nach vorne zum Altar und wollte etwas sagen.“ Er habe das unterbunden und ihm angeboten, vor der Kirche mit ihm zu reden. Daraufhin sei der Mann gegangen, habe ihm aber einen Handzettel mit einer Werbung für den Islam in die Hand gedrückt. Jaeckel: „Panik oder Unruhe gab es in der Gemeinde zu keinem Zeitpunkt.“ Dem Polizeibericht zufolge ging der Mann von dort zum Bahnhof. Dort hätten Polizeibeamte mit ihm gesprochen. Weil er Zeugenaussagen zufolge weder gewalttätig noch aggressiv aufgetreten sei, habe die Polizei ihn nicht festgenommen.

Nach „Allahu akbar“ flüchteten Gottesdienstbesucher

Allerdings hatte der Mann Medienberichten zufolge bereits drei Wochen zuvor in Rhauderfehn und Ostrhauderfehn drei Gottesdienste aufgesucht und sie durch Zwischenrufe gestört. Dabei soll er dem Polizeibericht zufolge auch „Allahu Akbar“ (Allah ist am größten) gerufen und Besucher bedroht haben, worauf einige Gottesdienstbesucher geflüchtet seien. Später sei der Mann festgenommen und wegen psychischer Auffälligkeiten in eine Fachklinik eingewiesen worden. Der Polizei zufolge wurden bei dem Mann keine Waffen oder andere gefährliche Gegenstände gefunden.

Regionalbischof: Gottesdienste sind immer öffentlich

Der Regionalbischof des Sprengels Ostfriesland-Ems der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Christian Klahr (Emden), räumte ein, dass die Störung eines Gottesdienstes immer für Verunsicherung sorge: „Das geht unter die Haut“, sagte er der „Ostfriesen-Zeitung“ (Leer). Sich einzuschließen, um sich zu schützen, sei keine Lösung: „Gottesdienste sind öffentlich und sollten immer frei zugänglich sein.“ Störer habe es immer gegeben. Allerdings regte Klahr an, dass der Umgang mit ihnen in der Ausbildung gerade auch für Ehrenamtliche im Kirchendienst stärker thematisiert werden müsse. Nach den Worten des Sprechers des Landkreises Leer, Philipp Koenen, ist der Mann nach seiner Entlassung aus der Fachklinik durch Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes begleitet und beraten worden. Diese Angebote seien aber freiwillig.