06.02.2020

Iran: Christlicher Konvertit vorzeitig aus der Haft entlassen

Zwei weitere Konvertiten sollen am 8. Februar ebenfalls freigelassen werden

Teheran/Washington (idea) – Die Behörden im Iran haben einen inhaftierten ehemaligen Moslem, der zum Christentum übergetreten war, am 2. Februar vorzeitig freigelassen. Der Mann, Asghar Salehi (43), verbüßte eine sechsmonatige Haftstrafe im Gefängnis in Eghlid im Süden des Landes. Das berichtet das Hilfswerk International Christian Concern (ICC/Washington D.C.). Zwei weitere mit ihm in der Provinz Fars verhaftete Konvertiten – Mohammadreza Rezaei (35), der Name des dritten ist nicht bekannt – sollen den Angaben zufolge voraussichtlich am 8. Februar freikommen. Wie ICC mitteilte, waren die drei am 18. September 2018 verhaftet worden. Die Behörden warfen ihnen vor, Propaganda gegen den islamischen Staat betrieben zu haben. Nach ICC-Angaben wird dieser Vorwurf häufig gegen Konvertiten erhoben. Die drei Männer wurden zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt und verloren ihre Berufungsverhandlung. Sie hätten ihre Haftstrafe vor zwei Monaten angetreten, zugleich jedoch einen Antrag auf Begnadigung und vorzeitige Freilassung gestellt. Diesen Anträgen sei nun stattgegeben worden.

Freilassung aus Anlass des Jahrestages der Gründung des islamischen Staates

Nach ICC-Angaben wird der Februar im Iran traditionell festlich begangen. Am 1. Februar 1979 war der iranische Revolutionsführer und spätere Staatspräsident, Ayatollah Khomeini, aus dem französischen Exil in den Iran zurückgekehrt. Aus dem Anlass würden immer wieder Gefangene begnadigt. 95 Prozent der über 81 Millionen Einwohner des Iran gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Die Zahl der Christen liegt Schätzungen zufolge bei 360.000. Nach Angaben des christlichen Hilfswerks Open Doors gehört der Iran zu jenen Ländern, die Christen am stärksten verfolgen. In seinem Weltverfolgungsindex steht die Islamische Republik auf Platz 9.