06.03.2020

Nordkorea: Dringend benötigte Hilfe kommt bei Christen an

Raketentests inmitten der Corona-Krise verschleiern drastische Not der Bevölkerung

(Open Doors, Kelkheim) – Während der Ausbruch des COVID-19-Virus Südkorea nach China am stärksten getroffen hat, bestreitet Nordkorea hartnäckig, dass es in seinem Gebiet irgendwelche Fälle gibt. Das rückständige Gesundheitssystem des Landes wäre mutmaßlich kaum in der Lage, angemessen auf eine solche Herausforderung zu reagieren. Unterdessen führte die Regierung Anfang der Woche einen weiteren Raketentest durch – trotz der gegenwärtigen Krisen. Von den nordkoreanischen Christen erreichte Open Doors jetzt ein dankbarer Gruß für die eingetroffenen Hilfsgüter.

„Auch wenn der kalte Winter gekommen ist, sind unsere Herzen voller Wärme“

Es gibt nur wenige ausgebildete Ärzte in Nordkorea. Wer einen von ihnen aufsucht, muss seine Dienste häufig bezahlen, obwohl die Gesundheitsversorgung in dem kommunistischen Land offiziell kostenlos ist. Die Ärzte erhalten jedoch oft kein oder nur ein sehr geringes Gehalt. Wenn jemand krank ist, geht ein Familienmitglied in der Regel zum „Jangmadang“ (Schwarzmarkt) und versucht jemanden zu finden, der Medikamente verkauft – die allerdings oft nicht gekennzeichnet sind. Anhand der beschriebenen Symptome erteilt der Verkäufer „medizinischen Rat“ und verkauft ein Medikament, von dem keiner der Beteiligten weiß, ob es wirklich helfen wird. Niemand kennt die genauen Inhaltsstoffe. Die Auswahl ist begrenzt, der Verkäufer in der Regel ein medizinischer Laie.

Die Medikamente stammen aus China und werden nach Nordkorea geschmuggelt. Dies ist einer der Gründe, warum nordkoreanische Christen um Nahrung und Medikamente bitten. Als Reaktion darauf liefert Open Doors mit Hilfe vieler Christen Medikamente, die sowohl beschriftet sind als auch Anweisungen über ihre korrekte Anwendung enthalten – ein enormer Gewinn für die Untergrundkirche.

Aus ihren Reihen stammt der Gruß, den Open Doors jetzt als Reaktion auf eine solche Lieferung erhielt: „Auch wenn der kalte Winter gekommen ist, sind unsere Herzen voller Wärme und Leidenschaft. Wie das Licht der Sonne durch die Ritzen [einer Wand] scheint und Wärme spendet, so sind wir auch von eurer Liebe und Wärme berührt, die unsere Herzen durchströmen. […] Wir danken euch für euer Opfer, eure Wärme und eure Fürsorge. […] Wir tun unser Bestes, um unserem Herrn treu zu dienen und für ihn zu leben.“

Untergrundchristen brauchen Unterstützung „über alle Kanäle“

Ein ehemaliger nordkoreanischer Flüchtling, John Choi*, kommentiert die angespannte Lage und den jüngsten Raketentest so: „Es scheint sie [die Machthaber] nicht zu kümmern, dass es einen weltweiten Kampf gegen eine pandemische Krankheit gibt. Eine in Nordkorea lebende Kontaktperson gibt an, dass seit Januar 23 Menschen an akuter Lungenentzündung gestorben sind. […] Und die nordkoreanische Bevölkerung kämpft nicht nur gegen diese Epidemie. Sie müssen auch um ihr tägliches Überleben kämpfen, weil die Lebensmittelpreise seit der weitgehenden Einstellung des Handelsverkehrs mit China in die Höhe geschossen sind. […] Die Gebete und die Unterstützung für die heimlichen Christen müssen fortgesetzt werden, und wir müssen uns ihrer Bedürfnisse über alle verfügbaren Kanäle annehmen. Zumindest der Kanal des Gebets ist jederzeit offen.“

Nordkorea führt den Weltverfolgungsindex 2020 an als das Land, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quelle: Open Doors

     

    Bitte beten Sie für die Christen in Nordkorea:

    • Beten Sie um Gottes Versorgung mit allem, was die Christen in der gegenwärtigen Not brauchen.
    • Beten Sie, dass Gott die Bevölkerung des Landes vor Krankheit und Hunger schützt und die Hoffnung des Evangeliums zu jedem Einzelnen durchdringt.
    • Beten Sie, dass die Christen in den Untergrundgemeinden und in den Arbeitslagern Gottes Nähe spürbar erleben und in ihrem Glauben gestärkt werden.
    • Beten Sie für die Machthaber, dass Jesus sich ihnen offenbart und sie gute Entscheidungen für ihr Volk treffen.