07.02.2020

Niger: Apokalyptische Vision

Missionar: “Dschihadistische Diktatur versetzt Menschen in Angst und Schrecken“

Niamey (Agenzia Fides) - „Die apokalyptische Vision hat sich in rund hundert Kilometern von Niamey entfernt verwirklicht. Dies ist die Botschaft der im Dschihad an der Grenze zu Burkina Faso in der Region Gourmantché tätigen Missionare: bekehrt euch, denn die Zeit ist vollbracht“, so Pater Mauro Armanino von der Gesellschaft der Afrikamissionare (SMA) in Niger. "Der jüngste Anschlag in chronologischer Reihenfolge fand in der Nähe von Bomoanga statt, in dem Dorf, aus dem Pierluigi Maccalli am 17. September 2018 verschleppt wurde und geht auf den Abend des 5. Februar zurück. Mindestens sechs bewaffnete junge Männer auf Fahrrädern umzingelten und bedrohten und misshandelten einen dort tätigen Gärtner, der einen Baum stutzen wollte", so Pater Armanino. "Nicht weit entfernt entdeckten sie einen weiteren Mann, der eine Zigarette rauchte … dem sie mit einer weitaus schlimmeren Bestrafung drohten, sollten sie ihn noch einmal beim Rauchen überraschen", fährt der Missionar fort.
„Zum Glück war der lokale Elternvertreter der Schule nicht anwesend. Sein Motorrad wurde zusammen mit Schulmaterial verbrannt und das Geld gestohlen, das er in seinem Verkaufsstand aufbewahrte. Der Elternvertreter hatte ebenso wie Dutzende anderer Familien, Grundschulkinder und Teenager Zuflucht in der besser geschützten Stadt Makalondi gefunden, etwa vierzig Kilometer vom erwähnten Dorf entfernt", so der Missionar weiter. Die Dschihadisten „fordern die Dorfbewohner auf, die Gebote des Propheten des Islam in die Tat umzusetzen: keine Feiern, kein Alkohol, kein Tabak, keine Baumfällung, keine westlichen und christliche Schulen. Die Frauen sollen Schleier tragen verschleiert und sind damit vor jeglichem Missbrauch geschützt und so werden auch die Kinder geschützt. Gesundheitseinrichtungen bleiben von der Zerstörung verschont, da dort Kinder behandelt und ernährt werden, die die Zukunft der Islamisierung garantieren."
Nach Aussage des Missionars werden die örtlichen Christen gezwungen, "zu Hause, in der Familie und heimlich mit Nachbarn zu beten, in einem Land, das die Freiheit der Religion, des Gottesdienstes und der Sprache offiziell anerkennt". "Es wurde eine dschihadistische Diktatur installiert, die den Lebensstil, die Optionen, die täglichen Entscheidungen beeinträchtigt und vor allem Angst und Schrecken für das Erreichen der eigenen Ziele nutzt, angefangen mit der Entführung von Pater Dr. Pierluigi: der christlichen Glaube soll im Land der Gourmantché ausgerottet werden", prangert der Missionar an. "Die Dschihadisten aus dem Hirtenvolk der Fulani sprechen Fulfulde, eine Sprache, die jeder in der Region versteht, weil es zwischen den sesshaften Bauern und den Nomaden ständige Konflikte gab."
„Der Staat, der auf dem Land, in dem die armen Bauern leben, nicht sichtbar ist, war verschwunden, noch bevor all diese Dinge passierten. Er war bereits vorher abwesend und jetzt abwesend, obwohl das Militär nicht weit von den genannten Gebieten stationiert ist. Und wir befinden uns nur etwas mehr als hundert Kilometer von Niamey, der Hauptstadt des Landes, entfernt, wo sich die katholische Kathedrale steht, die Maria, Mutter der ewigen Hilfe, gewidmet ist", schließt er.
(M.A.) (L.M.) (Fides 7/2/2020)