07.02.2020

Russland: 2 Zeugen Jehovas verurteilt

Im Zusammenhang mit hartem staatlichen Durchgreifen

MOSKAU (AP) - Ein Gericht in Ostsibirien verurteilte am Dienstag (4.2.20) zwei Zeugen Jehovas wegen ihrer Zugehörigkeit zu der religiösen Gruppe – ein weiterer Schlag in einer Welle des harten Durchgreifens gegen die Organisation.

Stanislaw Kim und Nikolaj Polewodow wurden zu Bewährungsstrafen von zwei Jahren verurteilt, so die Organisation in einer Erklärung. Die beiden, die im November 2018 während eines Treffens mit anderen Gläubigen in einem Café verhaftet wurden, stehen derzeit außerdem in einem separaten Prozess wegen angeblicher Organisation der Veranstaltung.

Russland hat die Zeugen Jehovas 2017 offiziell verboten und die Gruppe zu einer extremistischen Organisation erklärt. Der Kreml hat aktiv vage formulierte Extremismusgesetze benutzt, um gegen Oppositionsaktivisten und religiöse Minderheiten vorzugehen.

Seitdem sind Hunderte von Mitgliedern Razzien, Verhaftungen und Strafverfolgung ausgesetzt gewesen. Vierundzwanzig Mitglieder der Zeugen Jehovas sind verurteilt worden, neun davon zu Gefängnisstrafen, und gegen mehr als 300 Personen wird derzeit strafrechtlich ermittelt.

Jarrod Lopes, ein Sprecher des Welthauptquartiers der Zeugen Jehovas in den Vereinigten Staaten, sagte am Dienstag, dass „Russland trotz wiederholter Kritik von prominenten internationalen Gremien und Menschenrechtsverfechtern keine Anzeichen gezeigt hat, sich zu bremsen.“

Das harte Vorgehen gegen Mitglieder der Gruppe geht trotz des Versprechens des russischen Präsidenten Wladimir Putin, „diesen völligen Unsinn" zu untersuchen, weiter.

„Die Zeugen Jehovas sind auch Christen, deshalb verstehe ich nicht ganz, warum sie verfolgt werden", sagte Putin bei einem Treffen mit dem Präsidialrat für Menschenrechte.

 

Quelle: AP NEWS