07.02.2020

Türkei: Assyrische Christen bitten um Gebet

für ein älteres Ehepaar, das seit dem 11. Januar in ihrem Dorf vermisst wird.

Ehepaar Hurmuz und Shimoni Diril

Hurmuz und Shimoni Diril, Eltern von Remzi Diril, einem Priester der chaldäischen Kirche in Istanbul, sind die einzigen christlichen Bewohner des Dorfes Kovankaya im Südosten der Türkei.

Der türkische Abgeordnete Tuma Celik, selbst Assyrer, ist der Ansicht, dass die Behörden nicht genug getan haben, um das Verschwinden zu untersuchen. Die Tatsache, dass eine Geheimhaltungsanordnung für die Untersuchung erlassen wurde, lässt viele Fragen offen.

Das Verschwinden des Ehepaares geschah kurz nach der Verhaftung eines assyrischen Priesters bei einer Militäroperation am 9. Januar. Sefer Bilecen, der verwaltende Priester des Klosters Mor Yakub im Südosten der Türkei, wurde zusammen mit zwei weiteren Assyrern festgenommen und wegen Beihilfe für Terroristen angeklagt. Offenbar hatte ein ehemaliges Mitglied der PKK (einer militanten und politischen Organisation der Kurden) behauptet, er habe als Kämpfer das Kloster aufgesucht und vom Priester Essen und Trinken erhalten. Der Priester wurde am 14. Januar unter Auflagen entlassen. Die beiden anderen assyrischen Christen wurden ebenfalls freigelassen, nachdem sie Erklärungen abgegeben hatten.

Die alte assyrische Gemeinschaft in diesem Teil der Türkei, der den Assyrern als Tur Abdin - "Berg der Diener (Gottes)" - bekannt ist, zählte vor den Säuberungsaktionen gegen Christen Anfang des 20. Jahrhunderts 300.000 Menschen. Heute leben nur noch etwa 5.000 assyrische Christen in Tur Abdin, und die jüngsten Ereignisse - das Verschwinden des Ehepaar Diril und die Verhaftung des Priesters - sind für die verbleibenden Assyrer Besorgnis erregend und aufwühlend.

 

Die assyrischen Christen bitten um Gebet, dass:

  • die türkischen Behörden das Verschwinden von Hurmuz und Shimoni Diril gründlich untersuchen und dass das Paar gefunden wird.
  • Gott die assyrische Gemeinschaft in Tur Abdin schützen, trösten und stärken wird und dass sie einen "Frieden kennen lernen, der höher ist als alle Vernunft" (Philipper 4,7).
  • die jüngsten Vorfälle nicht politisiert werden und die Komplexität der gegenwärtigen Situation noch verstärken.

Quelle: Middle East Concern, London

siehe auch AKREF v. 4.2.20