08.05.2020

Uganda: Hochwasser

Hochwasser führt zu dreifacher Tragödie in Ostafrika

Hilfe für einen Verletzten beim Überqueren des schlammigen Hochwassers

Am 7. Mai erreichte Barnabas Fund die folgende WhatsApp Nachricht aus dem Westen Ugandas: „Jetzt, da ich das schreibe, haben alle Christen hier ihr Heim und ihre Ernte verloren.“

Sintflutartige Regenfälle

In Ostafrika haben sintflutartige Regenfälle Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Dadurch mussten allein in Kenia rund 100.000 Menschen fliehen. Mindestens 194 sind ums Leben gekommen. Das Wasser hat auf einer Fläche von über 3.200 ha (8.000 Acres) die Ernte vernichtet, die bisher den Heuschrecken entgangen ist. Der extreme Regen setzte Mitte April ein und wird nach den Wettervorhersagen bis Ende Mai andauern.

In Uganda ist ein Fluss über die Ufer getreten und hat die Menschen zur Flucht gezwungen. Der Pegel des Viktoriasees ist auf eine noch nie dagewesene Höhe angestiegen und hat die Bewohner der am Ufer gelegenen Gemeinden gezwungen, ihre Wohnstätten zu verlassen.

Auch in Ruanda wurden Häuser, Straßen und Feldfrüchte zerstört und durch Erdrutsche sind Menschen ums Leben gekommen. 

Trillionen von Heuschrecken

Gleichzeitig ist eine zweite Generation von Heuschrecken über die Region hergefallen. Bei für sie idealen Windverhältnissen können sie sich um mehr als 160 km pro Tag fortbewegen. Wenn die erste Generation in Billionen gezählt wurde, so wird behauptet, dass die zweite Trillionen umfasst. Derzeit existieren 18 Schwärme in Kenia und die Wetterbedingungen dürften die Brut begünstigen, sodass im Juni oder Juli eine dritte Generation ausgebrütet werden könnte.

Eine dreifache Tragödie

Diese zwei Tragödien kommen noch zusätzlich zum Coronavirus, sodass Ostafrika von drei gleichzeitigen Katastrophen betroffen ist. Überdies haben die einzelnen Tragödien Auswirkungen auf die anderen: Die große Zahl an Binnenflüchtlingen erschwert die Bemühungen der kenianischen Regierung zur Eindämmung des Coronavirus. Gleichzeitig wird durch die im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus geschlossenen Grenzen die Lieferung von Pestiziden in von der Heuschreckenplage betroffene Gebiete verzögert.

Barnabas Fund, Coventry, England

Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA