09.05.2020

Dänemark: Scharfe Kritik an Bibelübersetzung der Dänischen Bibelgesellschaft

In dem Text wurde der Begriff „Israel“ an vielen Stellen vermieden

Kopenhagen (idea) – Die Dänische Bibelgesellschaft (Kopenhagen) ist wegen ihrer neuen Bibelübersetzung „Bibel 2020“ in die Kritik geraten. Grund: In dem Text wurden an vielen Stellen die Begriffe „Israel“ und „Volk Israel“ durch andere Bezeichnungen wie „Juden“ oder „Land der Juden“ ersetzt. Darauf hatte der frühere Vorsitzende der israelfreundlichen Organisation „Ordet og Israel“ (Wort und Israel), Jan Frost, in einem YouTube-Video hingewiesen. Daraufhin hatte unter anderem die in den USA ansässige proisraelische christliche Organisation „Proclaiming Justice to the Nations“ (Den Nationen Gerechtigkeit verkünden) der Bibelgesellschaft Israelfeindschaft und Judenhass vorgeworfen. Die Bibelgesellschaft wies die Vorwürfe auf ihrer Internetseite zurück. Nichts liege ihr ferner, als antisemitisch zu handeln, heißt es in einer Stellungnahme. In der kritisierten Übersetzung kämen mehr als 2.000-mal die Worte „Israel“ oder „Israelit“ und über 500-mal die Begriffe „Jude“ oder „jüdisch“ vor. Die „Bibel 2020“ richte sich vor allem an säkulare Menschen, die keine oder nur wenige Bibelkenntnisse hätten. Man habe aus diesem Grund verschiedene Begriffe ersetzt, um die Texte leichter verständlich zu machen, etwa auch „Barmherzigkeit“, „Sünde“ und „Gnade“. Die Mehrheit der dänischen Leser wisse nicht, dass „Israel“ im Neuen Testament das Volk Gottes bezeichne, mit dem er einen Bund geschlossen habe. Weiter heißt es in der Stellungnahme, das Neue Testament der „Bibel 2020“ sei bereits 2007 veröffentlicht und für die neue Ausgabe nur leicht überarbeitet worden. Als Reaktion auf die aktuelle Kritik werde die Bibelgesellschaft jetzt „sorgfältig prüfen, ob bestimmte Verse im Neuen Testament einer Revision bedürfen.“ Die Dänische Bibelgesellschaft wurde 1814 gegründet und steht unter der Schirmherrschaft der dänischen Königin Margrethe II. Generalsekretärin der Bibelgesellschaft ist Birgitte Stoklund Larsen.