12.04.2020

Deutschland: Ökumenisches „Wort zum Sonntag“ zur Corona-Krise

Spitzen der beiden Großkirchen wenden sich erstmals gemeinsam an die Zuschauer

München/Limburg (idea) – Erstmals in der fast 66-jährigen Geschichte der ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“ haben die beiden Spitzenrepräsentanten der großen Kirchen in Deutschland die Fernsehandacht gemeinsam gehalten. Der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing (Limburg), und der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), wandten sich aufgrund der Corona-Krise in der Osternacht an die Zuschauer. Bätzing sagte im Blick auf das Osterlicht, es vertreibe nicht einfach Ängste und große Sorgen und schaffe sie aus der Welt: „Wir müssen sie schon gut anschauen und gemeinsam zu bewältigen versuchen.“ Aber mitten in der Krise gebe ihm das Osterlicht Hoffnung, so Bätzing. Im Blick auf die Auferstehung sagte er: „Gott will, dass wir leben, er hat Jesus aus dem dunklen Grab geholt, und er will auch uns aus den Dunkelheiten herausholen.“ Nach den Worten von Bedford-Strohm haben Menschen im Leiden Jesu an Karfreitag vieles wiederentdeckt, „was uns selbst in diesen Tagen das Herz schwermacht“. Schwerkranke lägen in den Krankenhäusern: „Manche ringen mit dem Tod – und von den Verstorbenen Abschied zu nehmen, das bleibt nur einigen wenigen vorbehalten.“ Die Einsamkeit werde größer. Den Familien falle die Decke auf den Kopf. „Und wir sorgen uns um die Menschen in den Slums und Flüchtlingslagern dieser Welt, für die das Virus eine besonders große Gefahr bedeutet. Wir brauchen Licht in unserer Seele.“ Die Auferstehung Jesu Christi gebe Hoffnung: „Das Licht ist stärker als die Dunkelheit.“ Die Sendung „Das Wort zum Sonntag“ ist nach der „Tagesschau“ das zweitälteste Format im deutschen Fernsehen. Die erste Folge wurde am 8. Mai 1954 ausgestrahlt.