14.05.2020

Bolivien: Regierung wirklich am Lebensschutz interessiert?

zum Tag der Journalisten am 10. Mai

Sucre (Fides) - Bolivien feierte am vergangenen Sonntag, dem 10. Mai, den "Tag des Journalisten". Aus diesem Anlass feierte der Apostolische Administrator von Potosi und Apostolische Administrator der Diözese Potosi und kürzlich zum Erzbischof von Sucre und Vorsitzenden der Bischofskonferenz ernannte Ricardo Centellas einen Gottesdienst für die Journalisten des Landes. "Der Journalismus”, so der Bischof in seiner Predigt, “und damit jeder einzelne Journalist, stehen im Dienst der Wahrheit... und sind berufen die Wahrheit zu sagen, über die Wahrheit zu berichten. Heute beten wir dafür, dass der Journalismus in Bolivien frei und unabhängig ist und auf Ethik und Wahrheit und nicht auf Korruption basiert. Es ist bedauerlich, dass in Bolivien viele Medien mit der Regierung in Verbindung stehen und für viel Geld ihre Ethik verkaufen."
"Es ist nicht einfach, die Wahrheit zu kommunizieren”, fuhr der Bischof fort, „für mich gibt es keinen neutralen Journalismus. Ein Journalismus, der eine Ethik hat, steht auf der Seite der Wahrheit und nicht auf der Seiter der Korruption, nicht auf der Seite der Lüge“. Aufgabe der Medien sei es auch die Regierung „zu entlarven“. “Es ist nicht einfach, aber wir müssen wissen, ob diese Regierung wirklich am Schutz des Lebens interessiert ist", betont der Bischof.
Die Regierung behaupte zwar "das Leben kommt zuerst", aber handle nicht dementsprechend. "Wie viele Beatmungsgeräte wurden gekauft? Wo sind sie? Es wurde angekündigt, man werde 500 Betten für die Intensivpflege einrichten. Wo sind sie? Journalisten sollten recherchieren und uns zeigen, wo sie sind. Den bis jetzt wissen wir es nicht, und gute Absichten helfen uns nicht weiter, gute Absichten entsprechen nicht immer der Wahrheit, Wahrheit basiert auf Tatsachen und dafür gibt es Journalismus. Liebe Brüder und Schwestern, möge Gott Ihnen die Kraft und die Erleuchtung geben und den Mut, jederzeit die Wahrheit zu sagen."
In Bolivien wurden bisher 2.500 Fälle Coronainfektionen registiert. Insgesamt 128 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Es werden große wirtschaftliche Probleme in der Zeit nach der Coronakrise erwartet, da wie in anderen lateinamerikanischen Ländern ein großer Teil der Bevölkerung von Gelegenheitsarbeiten lebt und während der Ausgangssperre keine Verdienstmöglichkeiten hatte.
(CE) (Fides 14/05/2020)