16.03.2020

Nigeria: Mindestens 70 Priester und Ordensleute

seit Juni 2015 entführt oder ermordet

Abuja (Fides) – „In Nigeria wurden in den seit Juni 2015 mindestens 20 katholische Priester, Seminaristen und Ordensleute getötet und nicht mehr als 50 entführt", heißt es in einem Bericht der nigerianischen NGO „International Society for Civil Liberties and Rule of Law (Intersociety)“. 
"Die verfügbaren Daten dokumentieren, dass in den letzten 57 Monaten seit Juni 2015, als die derzeitige nigerianische Bundesregierung ihr Amt antrat, zwischen 11.500 und 12.000 Christen getötet wurden. Davon wurden 7.400 von Fulani-Nomaden, 4000 von Boko Haram-Kämpfern und 150-200 von Straßenbanditen ermordet“, heißt es in dem Bericht .
Dem Bericht zufolge sind die meisten Opfer der Angriffe von Boko Haram / ISWAP (Islamischer Staat in Westafrika) im Nordosten Nigerias Christen. Während die Opfer von Straßenbanden und Banditen odere Entführern, die in den ländlichen Gebieten in Nordnigeria ihr Unwesen treiben. Währende es sich bei den Opfern dieser Banden, die auf dem Weg von Norden nach Süden oder umgekehrt auf den Autobahnen, die diese beiden Gebiete des Landes verbinden und insbesondere auf der Bundesstraße Birnin-Gwari, unterwegs sind, wiederum um Christen handelt.
Auf den Verbindungsstraßen zwischen dem Norden und dem Südden handelt es sich bei den Opfern Morden und Entführung insbesondere in Nordnigeria laut dem Bericht hauptsächlich um Christen aus dem Volk der Igbo. In den letzten Monaten hätten die Tateb zugenommen, so die NGO.
Das jüngste Opfer der Verfolgung in der katholischen Kirche in Nigeria ist der achtzehnjährige Michael Nnadi, der zusammen mit seinen drei Mitstudierenden aus dem Priesterseminar des Guten Hirten von Kakau im Bundesstaat Kaduna im Nordwesten Nigerias am 8. Januar nachts von bewaffneten Männern entführt (vgl. Fides 13/01/2020). Während seine drei Studienkameraden später freigelassen wurden, wurde er am 1. Februar tot aufgefundemn (vgl. Fides 02/03/2020).
(L.M.) (Fides 16/3/2020)