17.04.2020

Ukraine: „Brücke der Hoffnung“ versorgt Notleidende

Corona: Seine sechs Kinderhäuser musste das christliche Hilswerk aber schließen

Wetzlar/Swetlowodsk (idea) – Infolge der Corona-Pandemie hat das christliche Hilfswerk „Brücke der Hoffnung“ (Hüttenberg bei Wetzlar) seine Arbeit in sechs Kinderhäusern in der Ukraine eingestellt. Dort wurden zuvor bis zu 300 Kinder im Alter zwischen fünf und 16 Jahren betreut. Sie bekamen Nachhilfeunterricht, Essen und erlebten ein christliches Freizeitprogramm. Jetzt ist die Arbeit dort verboten. Die Kinder werden nun ausschließlich von ihren Familien betreut. Das Werk konzentriere sich jetzt vor allem auf humanitäre Hilfe, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und landwirtschaftliche Projekte, teilte Missionsleiter Burkhard Rudat der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mit. Davon profitierten auch die Kinder und deren Familien. Viele Menschen hätten ihre Arbeitsstellen verloren. Rudat: „Sie bekommen gar keine oder nur sehr geringe Arbeitslosenunterstützung.” Deshalb seien Lebensmittellieferungen gegenwärtig besonders nötig. Um den Einwohnern zu helfen, habe man Suppenküchen eingerichtet und backe Brot. Besonders unter der Corona-Krise litten die „vergessenen Dörfer“ in der Nähe der 42.000 Einwohner zählenden Stadt Swedlowodsk, 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Kiew. Sie seien vom Nahverkehr abgeschnitten. Lebensmittel und Medikamente würden knapp. Viele Menschen dort hätten Angst und litten unter Depressionen.

Durch das Internet mit Kindern verbunden

Mit den Kindern in den Heimen sei das Werk weiter über das Internet verbunden. Rudat: „Sie können morgens eine biblische Geschichte hören, und abends wird ihnen aus einem Buch vorgelesen.“ Ein Hilfsgütertransport in die Ukraine habe abgesagt werden müssen, weil das Land seine Grenzen geschlossen habe. In der Ukraine gibt es nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität bisher 4.662 bestätigte Corona-Fälle (Stand: 17. April).125 Personen starben infolge der Infektion. Am 25. März wurde für 30 Tage der Notstand ausgerufen. Mit Ausnahme von Apotheken, Lebensmittelläden, Tankstellen und Banken sind alle Geschäfte und Dienstleister geschlossen. Das 1977 gegründete Werk „Brücke der Hoffnung“ beschäftigt in der Ukraine 30 und in Deutschland sieben Mitarbeiter.