17.05.2020

Nigeria: Knapp 40 Tote bei Angriffen auf christliche Dörfer

„Christen in Not“: Es ist ein Flächenbrand der Gewalt in Afrika

Abuja/Wien (idea) – In Nigeria haben schwer bewaffnete islamische Fulani-Kämpfer christliche Dörfer angegriffen und Dutzende Menschen ermordet. Das berichtet das Hilfswerk „Christen in Not“ (Wien). Zwischen dem 25. März – dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Corona-Ausgangssperre – und dem 12. Mai seien elf Überfälle mit knapp 40 Toten dokumentiert. Erst kürzlich habe die Partnerorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ (CSW) zahlreiche Angriffe von Fulani-Kämpfern auf christliche Gemeinden im südlichen Teil des Bundesstaates Kaduna gemeldet. Sie hätten sich trotz Corona-Ausgangssperren und Präsenz des Militärs ereignet. Dabei seien ganze Familien getötet sowie Wohnhäuser und Lebensmittelgeschäfte zerstört worden. Laut „Christen in Not“ ist die Situation der christlichen Minderheit unerträglich geworden. Es komme ständig zu Massakern und Vertreibungen, die auch vor Kindern nicht Halt machten. Der Generalsekretär der Hilfsorganisation, Elmar Kuhn, verurteilte die neuerlichen Gewaltexzesse gegen Zivilisten scharf: „Diese Angriffe, die vom muslimischen Norden nun in den christlichen Süden Nigerias getrieben werden, bedrohen die Einheit und Sicherheit dieser multireligiösen und multiethnischen Nation. Kommt es zu keiner friedlichen Lösung, kann aus der Terrorsituation in Nigeria bald ein afrikanischer Flächenbrand werden.“ Von den über 200 Millionen Einwohnern Nigerias sind rund 46 Prozent Christen und 54 Prozent Muslime.

siehe auch AKREF vom  11.5.  und  15.5. 2020