20.02.2020

China: Schwierige Lage für Christen befürchtet

Hongkong: Neuer KP-Vertreter soll Macht Chinas wiederherstellen

Hongkong (idea) – Die Kommunistische Partei Chinas hat mit Xia Baolong einen neuen Leiter für die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau eingesetzt. Das sieht der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main), Martin Lessenthin, mit großer Sorge. Wie er gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, versucht China, seine in den vergangenen Monaten schwindende Autorität in Hongkong wiederherzustellen. „Die Einsetzung Xia Baolongs kann als Zeichen der Machtdemonstration verstanden werden, um wieder eine intensivere und umfänglichere Kontrolle zu erlangen“, so Lessenthin. Der bisherige Leiter, Zhang Xiaoming, ist nun Xias Stellvertreter. Durch die Proteste der letzten Monate in Hongkong und den Ausbruch des Coronavirus sei das Ansehen der dortigen Peking-treuen Regierung stark gesunken, so Lessenthin. Der 67-jährige Xia ist Lessenthin zufolge als „Hardliner“ bekannt. In seiner Funktion als Parteisekretär der östlichen Provinz Zheijang sei er 2014 und 2015 für die Entfernung von mehr als 1.000 Kreuzen von Kirchengebäuden verantwortlich gewesen. Dies habe ihm sein zuletzt bekleidetes Amt als Generalsekretär des obersten Beratungsgremiums der Regierung eingebracht. Lessenthin zufolge dürfte nun auch die Lage für die Christen in Hongkong schwieriger werden: „Es ist damit zu rechnen, dass auch sie demnächst mit Sinisierung, also dem Versuch der absoluten Gleichschaltung, zu rechnen haben.“ Xia Baolong gilt als enger Verbündeter des chinesischen Präsidenten Xi Jinpings. Von 2012 bis 2017 war er Parteisekretär der Provinz Zhejiang.