20.08.2015
Slowakei: Nur christliche Flüchtlinge aufnehmen
Beckstein: Christen bevorzugt aufnehmen
Bratislava (idea) – Die Slowakei will nur christliche Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen und keine Muslime. Die würden sich in einem Land nicht wohlfühlen, in dem es keine Moscheen gebe, sagte der Innenministeriumssprecher Ivan Metik (Bratislava) der britischen Rundfunkanstalt BBC. Er wies den Vorwurf der Diskriminierung zurück. Die kleine Slowakei sei ohnehin nur Durchreiseland für Asylsuchende. Von den 5,4 Millionen Einwohnern sind 62 Prozent römisch-katholisch, 3,8 Prozent griechisch-katholisch, 5,9 Prozent lutherisch, 1,8 Prozent reformiert und 0,9 Prozent orthodox. Die übrigen sind konfessionslos oder gehören kleineren Kirchen an. Die EU-Kommission lehnt nach den Worten ihrer Sprecherin Annika Breithard (Brüssel) jegliche Diskriminierung bei der Flüchtlingsaufnahme ab. Die EU will 40.000 Asylsuchende auf die Mitgliedsstaaten verteilen. Sie befinden sich derzeit in überlasteten Lagern in Italien, Griechenland und der Türkei. Die Slowakei hat sich verpflichtet, 200 syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Die Gesamtzahl der Neuankömmlinge au den EU-Grenzen war im Juli auf 107.500 angestiegen. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit rund 800.000 Asylsuchenden in Deutschland.
EKD-Auslandbischöfin: Kein religiös einseitiges Engagement
Die Frage, ob man verfolgte Christen bevorzugt aufnehmen sollte, ist umstritten. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) lehnt dies ab. Maßgebend sei der Status der internationalen Schutzbedürftigkeit und der besonderen Verletzlichkeit, so Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber (Hannover). Ein einseitiges Engagement würde nach ihrer Ansicht zum einen den Auszug christlicher Minderheiten aus ihren Heimatländern befördern und zum anderen die Vorbehalte gegenüber christlichen Minderheiten vor Ort noch wachsen lassen.
Beckstein: Christen bevorzugt aufnehmen
Anderer Ansicht ist Bayerns früherer Ministerpräsident und langjähriger Innenminister Günther Beckstein (Nürnberg). Er hält den Grundsatz für falsch, dass bei der Aufnahme von Flüchtlingen nicht zwischen den Religionen unterschieden werde. Seine Begründung: „Christen sind die meistverfolgte Religion.“ In einem Kommentar für die Evangelische Nachrichtenagentur idea sprach sich der ehemalige Vizepräses der EKD-Synode dafür aus, ein eigenes Flüchtlingskontingent für Christen aus Syrien und dem Irak aufzustellen: „Wer schon in Deutschland ist, erhält Asyl, wenn er Verfolgung erleidet. Aber bei der Aufnahme aus dem Ausland sollten Christen bevorzugt werden.“