03.12.2019

Kongo: Katholische Bischöfe schließen kirchliche Einrichtungen

In der Region Kivu schließen kirchliche Einrichtungen im Zeichen des Protests gegen Gewalt

Kinshasa (Fides) - Am gestrigen Montag, den 2. Dezember, lud die katholische Kirche in der Demokratischen Republik Kongo im Rahmen eines „Tages der Trauer und des Gebets" im Zeichen der "Gemeinschaft und Solidarität" mit den Opfern der Gewalt in Beni und Lubero (Nord-Kivu) und in den Gebieten von Fizi, Uvira, Mwenga und Kalehe (Süd-Kivu) auch zu einem Streik aller kirchlichen und sozialen Einrichtungen, einschließlich der katholischer Schulen und Universitäten ein. Der Tag wurde von den Bischöfen von Nord- und Südkivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo am Ende ihrer außerordentlichen Versammlung ausgerufen, die vom 24. bis 30. November in Bukavu zusammen gekommen war. Man will damit gegen die Gewalt der verschiedenen bewaffneten Gruppen der beiden Provinzen protestieren und die Behörden auffordern, die Sicherheit der lokalen Bevölkerung zu gewährleisten.
„Wir bedauern die anhaltende Unsicherheit, die unserem Volk unermessliches Leid zufügt. Wir sprechen ihnen unser ganzes Mitleid mit den Opfern dieser unmenschlichen Gewalt aus“, so die Bischöfe in ihrer von Erzbischof François-François-Xavier Maroy Rusengo von Bukavu unterzeichneten Erklärung, „Wir bitten die christlichen Gläubigen, konkrete und friedliche Aktionen der Solidarität und der brüderlichen Gemeinschaft durchzuführen. Für unsere Provinz haben wir in unseren sechs Diözesen am 2. Dezember 2019 einen Tag der Trauer, des Gebetes und der Gemeinschaft mit unseren Brüdern und Schwestern ausgerufen. Unsere kirchlichen und sozialen Dienste werden ausgesetzt, ausgenommen die medizinischen Dienste. Der Beschluss gilt jedoch auf für die von der katholischen Kirche getragenen Schulen, Seminare, Hochschulen und Universitäten in unseren sechs Diözesen.“
Gestern kam es unterdessen zum zwölften Mal in Folge zu einer spontanen Protestkundgebung der Bevölkerung von Beni, wo, nach Angaben der lokalen Nichtregierungsorganisation CEPADHO, die Aktionen der Milizionäre der ADF bereits mehr als 123 Todesopfer gefordert haben. Diesmal beschloss die Bevölkerung von Beni, im Zeichen des friedlichen Protests barfuß zu demonstrieren.
Laut CEPADHO wurden beim letzten Massaker in chronologischer Reihenfolge am 29. Oktober, als im Dorf Kukutama (Provinz Beni) mindestens 13 Menschen mit Macheten getötet. In der Nacht zum 29. Oktober griff eine bewaffnete Gruppe auch das Gesundheitszentrum in Mambabeka an, das sich für die Bekämpfung der Ebola-Epidemie einsetzt, von der die Region seit Monaten betroffen ist.
(L.M.) (Fides 3/12/2019)