05.09.2019

Vietnam: Sechsjährige wegen ihres Glaubens ins Koma geprügelt

Das Mädchen ist inzwischen erwacht, aber noch immer im Krankenhaus

Hanoi/Kelkheim (idea) – Christenverfolgung macht auch vor Kindern nicht halt. In Vietnam ist eine Sechsjährige wegen ihres Glaubens von einem Bewohner aus ihrem Dorf ins Koma geprügelt worden. Das berichtet der deutsche Zweig der christlichen Organisation „Open Doors“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main). Der Vorfall ereignete sich vor kurzem in einem Dorf im Norden Vietnams, nachdem bekanntgeworden war, dass die junge Familie (Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt) Christen geworden sind und nicht länger Ahnenkult betreiben. Daraufhin seien der Vater und die Mutter von den Dorfbewohnern aufgefordert worden, ihren christlichen Glauben wieder abzulegen. Dies hätten beide verweigert. Sie seien dafür verspottet, mit Seilen gefesselt und geschlagen worden. Anschließend hätten die Dorfbewohner die Familie aus dem Dorf gejagt. Mitglieder ihrer Gemeinde hätten die Verletzten in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht, wo sie drei Tage lang behandelt worden seien. Der Pastor der Familie habe bei den örtlichen Behörden erreichen können, dass die drei Christen in ihr Dorf zurückkehren durften. Die Beleidigungen und Drohungen hätten Open Doors zufolge jedoch nicht aufgehört. Im Juli habe dann ein Dorfbewohner die sechsjährige Tochter der Familie auf den Kopf und in den Bauch geschlagen. Ihre Eltern hätten sie mit starken Kopf- und Bauchschmerzen ins Krankenhaus gebracht, wo sie ins Koma fiel. Als das Mädchen nach einem Monat ihr Bewusstsein zurückerlangte, konnte sie sich weder an die Ereignisse erinnern noch ihre Eltern erkennen.

Auf dem Weg der Besserung

Wie der Pressesprecher von Open Doors, Ado Greve, auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea erklärte, befindet sich das Mädchen noch immer im Krankenhaus. „Sie erholt sich und wartet auf weitere Eingriffe.“ Die Familie plane, sie dafür in ein besseres Krankenhaus zu bringen. Greve weiter: „Die Angreifer sind bislang unbehelligt geblieben. Die lokalen Behörden wurden über den Vorfall informiert, haben bislang aber nichts unternommen.“ Laut Greve vertrauen die Eltern trotz dieser traumatischen Erfahrung darauf, „dass Gott die Kontrolle hat“. Offiziell garantiert die Verfassung des kommunistisch regierten Landes Glaubens- und Religionsfreiheit. Der christliche Glaube wird jedoch häufig als westliche Religion angesehen und abgelehnt. So werden Christen überwacht, verhaftet und vertrieben. Von den über 95 Millionen Einwohnern Vietnams sind 23 Prozent nicht religiös, 21,7 Prozent Buddhisten, zehn Prozent Christen, und der Rest gehört verschiedenen Stammes- und Naturreligionen an.