08.11.2019

Libanon: Deutsche retten einem Säugling das Leben

Medizinisches Team behandelt 600 Flüchtlinge aus Syrien im Libanon

Sulzbach (idea) – Bei einem achttägigen medizinischen Einsatz des christlichen Hilfswerks „Himmelsperlen International“ (Sulzbach bei Frankfurt am Main) unter Syrienflüchtlingen im Libanon haben zwölf Ärzte und Krankenpfleger aus Deutschland 600 Patienten behandelt. Einem Säugling retteten die Helfer das Leben. Das berichtete die Gründerin und Leiterin des Werks, Pastorin i. R. Margret Meier, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die Teilnehmer an dem Einsatz Ende Oktober in dem Ort Zahlé in der Bekaa-Ebene, 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Beirut, bestritten ihre Kosten aus der eigenen Tasche. Die Behandlungsräume richteten sie in der örtlichen Baptistengemeinde ein. Das vierwöchige Baby habe bereits im Sterben gelegen, als seine Mutter es nur in Handtücher gewickelt gebracht habe. Es sei völlig unterernährt und ausgetrocknet gewesen. Weil man dem Mädchen in den provisorischen Behandlungsräumen nicht habe helfen können, habe man es sofort in eine Klinik gebracht. Dort sei das Baby in einen Brutkasten gekommen. Neben der richtigen Ernährung sei eine Bluttransfusion benötigt worden. Doch das Blut der seltenen Blutgruppe „0 positiv“ sei nicht vorrätig gewesen. Ein syrischer Übersetzer des Einsatzteams habe daraufhin über sein soziales Netzwerk einen Aufruf gestartet. Innerhalb weniger Minuten habe sich ein Freund gemeldet und das Blut gespendet. Nur so sei es möglich gewesen, das Leben des Kindes zu retten, so Meier.

Freikirchliche Gemeinde betreute bereits 4.000 Flüchtlingsfamilien

Wie die Pastorin ferner sagte, hat die 250 Besucher zählende Baptistengemeinde in Zahlé seit 2012 bereits über 4.000 Flüchtlingsfamilien betreut. Viele davon hätten das Land verlassen, um zu Verwandten nach Europa, Kanada oder Australien zu ziehen. Etwa 1.000, so Meier, seien durch das Programm der Gemeinde Christen geworden. Weil es im Libanon seit Mitte Oktober massive Protesten gegen die politische Führung im Libanon gibt, war die Hilfsaktion bis zuletzt fraglich. Die Gemeinde habe mit einem Gebetstag auf diese Herausforderung reagiert, so Meier. Der Einsatz als solcher habe ohne Zwischenfälle stattfinden können. Zweimal im Jahr führt „Himmelsperlen International“ seit 2017 einen medizinischen Einsatz am selben Ort durch. Unter den rund 6,1 Millionen Einwohnern des Libanon leben mehr als 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge. „Himmelsperlen International“ wurde 2018 gegründet. Neben Hilfsprojekten im Libanon unterstützt das Werk auch ein neues Diakoniezentrum in der syrischen Hauptstadt Damaskus . Außerdem hat es in Pakistan eine Schule für Kinder gegründet, deren Eltern Sklavenarbeit in Ziegelfabriken leisten müssen.