04.08.2022

Iran: Vier Christen nach Razzia inhaftiert

Sicherheitskräfte im Iran haben vier christliche Konvertiten aus dem Islam nach einer Razzia in einer "Hauskirche" am Sonntag, dem 26. Juni, festgenommen.

Die vier gehörten zu den Teilnehmern eines Gottesdienstes in Neyshabur im Nordosten des Irans.

Ihnen wird vorgeworfen, "durch Propaganda gegen das Regime gegen die nationale Sicherheit zu handeln" und "das Heilige zu beleidigen" (Blasphemie).

Drei der Konvertiten werden im Neyshabur-Gefängnis festgehalten. Der vierte, Gholamreza Keyvanmanesh, wurde in das Vakilabad-Gefängnis im 45 Meilen entfernten Mashhad verlegt.

Der 65-jährige Gholamreza, der in Teheran geboren wurde, aber in Neyschabur lebt, leidet an Krebs. Die Tatsache, dass er keinen Zugang zu Medikamenten hat und den Haftbedingungen ausgesetzt ist, gibt Anlass zur Sorge.

Mindestens acht weitere Christen, die im Anschluss an das Treffen befragt wurden, wurden vom Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) darüber informiert, dass sie mit einer Vorladung zu einem weiteren Verhör rechnen müssen. Sie mussten unterschreiben, dass sie sich verpflichten, sich nicht mit anderen Christen zu treffen. Bibeln und Mobiltelefone wurden beschlagnahmt und nach zwei Wochen zurückgegeben.

Familienangehörigen der vier inhaftierten Christen, die sich mit dem IRGC in Verbindung gesetzt haben, um über den aktuellen Stand der Dinge informiert zu werden, wurde ebenfalls mit Inhaftierung gedroht.

Farsi (Persisch) sprechende Christen sind Konvertiten aus dem Islam und werden daher nach islamischem Recht als Abtrünnige bestraft. Im Gegensatz zu den historischen armenisch- und assyrischsprachigen christlichen Gemeinschaften ist es ihnen nicht gestattet, Gottesdienste abzuhalten oder frei zu beten.

Farsi sprechende Gemeinden werden regelmäßig überfallen und ihre Mitglieder der Zugehörigkeit zu "illegalen Gruppen" beschuldigt.

Quelle: Barnabas Fund 2. August 2022