05.08.2022

Indien: Sechs Christinnen unter dem Vorwurf der Zwangsbekehrung im Gefängnis

International Christian Concern - Am 30. Juli wurden im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh sechs christliche Frauen verhaftet und unter dem Vorwurf der Zwangskonversion inhaftiert und ins Gefängnis gesteckt. Lokalen Quellen zufolge nahmen die sechs Frauen zusammen mit fast 100 anderen Christen an einer Geburtstagsfeier im Haus einer örtlichen christlichen Familie teil. Während der Feierlichkeiten drang ein Mob von etwa 15 radikalen Hindu-Nationalisten in die Veranstaltung ein und beschuldigte die Christen der Zwangskonversion. Die Radikalen belästigten die christliche Gruppe, nahmen Videos von den Räumlichkeiten auf und stahlen Bibeln und Liederbücher der Christen. Sie reichten die Videos und die gestohlene Literatur bei der Polizei als Beweismittel gegen die Christen ein. Als die Polizei vor Ort eintraf, stellte sie die Radikalen nicht zur Rede, weil sie diese friedliche und feierliche Versammlung belästigt hatten. Stattdessen verhafteten sie die sechs Frauen und klagten sie nach dem Anti-Konversionsgesetz des Staates an.

Ein örtlicher Pastor, der anonym bleiben möchte, sagte der ICC: "Die sechs Frauen, die im Gefängnis sind, sind wirtschaftlich sehr arm. Unter den sechs Frauen ist eine körperlich behindert, eine ist eine Witwe mit drei kleinen Kindern und eine ist ein unverheiratetes Mädchen. Die Situation dieser Familien ist sehr erbärmlich; die Familienmitglieder beschuldigen den örtlichen Pastor, dass er für all ihre Schwierigkeiten verantwortlich ist und er alle Kosten tragen und sie so schnell wie möglich aus dem Gefängnis holen muss."

Die christliche Gemeinschaft im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh hat in letzter Zeit die volle Wucht des wachsenden antichristlichen Hasses in Indien zu spüren bekommen. Bei Vorfällen wie diesem werden die radikalen Hindu-Nationalisten, die Christen verfolgen, oft von sympathisierenden staatlichen Behörden unterstützt. Nach Angaben des United Christian Forum, einer Organisation, die eine Hotline für christliche Verfolgungsopfer in Indien betreibt, gab es in Uttar Pradesh allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 mehr als 80 signifikante Vorfälle antichristlicher Verfolgung. Dieser Trend ist höchst besorgniserregend.

 

Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org

Aus dem Englischen übersetzt und überarbeitet von AKREF