30.06.2022

Vietnam: Christliche Familie aus ihrem Haus vertrieben

IIRF-D/BF/Tübingen/30.06.22 - Eine christliche Familie in der vietnamesischen Provinz Nghe An wurde aus ihrem Heimatdorf vertrieben, weil sie sich weigerte, zu einer lokalen animistischen Religion zu konvertieren.

Die 13-köpfige Familie wurde von den örtlichen Behörden verfolgt, die am 4. Juni beschlossen, sie aus ihrem Heimatdorf im Bezirk Ky Son zu vertreiben.

Die Behörden konfiszierten ihr Vieh, einen Pflug und Holz, das für den Bau eines Hauses bestimmt war, und unterbrachen eine Woche lang die Stromzufuhr. Das Haus der Familie wurde mit Steinen angegriffen.

Einem der Kinder wurde aufgrund des Glaubens der Familie eine Geburtsurkunde verweigert. Ohne eine Geburtsurkunde hat ein Kind unter Umständen keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung oder zum Schulbesuch.

Die Familie hat inzwischen an einem anderen Ort im Land Zuflucht gesucht und bittet die Zentralregierung um Hilfe bei der Lösung der anhaltenden Probleme.

In einem Bericht an die Evangelische Kirche Vietnams sagte der 26-jährige Xong Ba Thong, dass er und seine Familie - einschließlich seiner Eltern und jüngeren Geschwister - 2017 zum Christentum konvertierten, nachdem sie evangelistische Radiosendungen gehört hatten.

Thong erklärte, dass die örtlichen Behörden der Familie 2019 mitteilten, dass es gegen das Gesetz verstoße, einer anderen Religion anzuhängen, und dass dies der "nationalen Einheit" schade.

Daraufhin stellte die Familie einen formellen Antrag auf Beitritt zur Generalversammlung der Vietnamesischen Evangelischen Kirche (Nord), einer gesetzlich anerkannten religiösen Organisation. Ihr Antrag wurde im April 2022 genehmigt.

Die örtlichen Behörden übten jedoch weiterhin Druck auf die Familie aus, um sie zu konvertieren, obwohl das vietnamesische Gesetz über Glauben und Religion von 2018 Religionsfreiheit garantiert.

"Ich habe ihnen allen das Gesetz über Glauben und Religion vorgelesen und gezeigt", sagte Thong, "aber sie sagten, das Gesetz habe keine Wirkung in diesem Bezirk, in dieser Provinz."

Die Familie, die seit Generationen in dem Gebiet lebt, gehört der ethnischen Gruppe der Hmong an. Hmong-Gläubige gehören zu den ethnischen Minderheiten, die in Vietnam am stärksten verfolgt werden.

Das vietnamesische Glaubens- und Religionsgesetz von 2018 verpflichtet die Behörden, die Religionsfreiheit zu schützen, verbietet jedoch jegliche religiöse Aktivität, die "der sozialen Ordnung und/oder der nationalen Einheit schaden könnte". Für religiöse Gruppen und Aktivitäten wie Predigen, Lehren und Veröffentlichen ist eine Registrierung erforderlich.

Die lokalen Behörden halten sich oft nicht an das gesetzliche Recht auf Religionsfreiheit, und die Zentralregierung zögert, einzugreifen.

Quelle: Barnabas Fund 24. Juni 2022