11.05.2022

USA: Brandanschlag auf Lebensrechtsorganisation

In mehreren Staaten kam es zu Übergriffen auf Kirchen und Lebensrechtler

Madison (IDEA) – Auf den Sitz der Lebensrechtsorganisation „Wisconsin Family Action“ in Madison (US-Bundesstaat Wisconsin) wurde am 8. Mai ein Brandanschlag verübt. Die bisher noch unbekannten Täter hinterließen zudem an der Außenwand des Gebäudes die Drohung „Wenn Abtreibungen nicht sicher sind, seid ihr es auch nicht“. Der Verein ließ auf Twitter dazu verlauten: „Wenn der Angriff darauf abzielte, uns Angst einzujagen, haben die Angreifer versagt. Im Gegenteil, dieser Angriff bestärkt uns nur in unserer Entschlossenheit, weiterzumachen und zurückzuschlagen. Wir stehen für die Freiheit und für das Leben, und wir werden nicht aufgeben.“ In mehreren Bundesstaaten kam es darüber hinaus in den vergangenen Tagen zu Übergriffen auf Lebensrechtler und christliche Kirchen. Außerdem fanden Demonstrationen vor den Privathäusern der konservativen Bundesrichter Brett Kavanaugh und John Roberts statt, nachdem am 2. Mai ein Urteilsentwurf an die Öffentlichkeit gelangt war, aus dem hervorgeht, Oberste Gerichtshof in den USA (Supreme Court) das abtreibungsfreundliche Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ aus dem Jahr 1973 ablösen will. In dem von dem konservativen Richter Samuel Alito verfassten Entwurf wird die Grundsatzentscheidung, die das Recht auf Abtreibung festschrieb, als „von Anfang an ungeheuerlich falsch“ bezeichnet. Laut Medienberichten verurteilte US-Präsident Joe Biden den Anschlag und die Drohungen gegen die beiden Richter. Bidens Pressesprecherin Jen Psaki teilte dazu auf Twitter mit, dass der Präsident das Recht, die eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen, achte. Das müsse jedoch friedlich und ohne Gewalt oder Vandalismus geschehen. „Richter üben eine unglaublich wichtige Funktion in unserer Gesellschaft aus, und sie müssen in der Lage sein, ihre Arbeit ohne Sorge um ihre persönliche Sicherheit zu verrichten.“