12.05.2022

Iran: Christliche Konvertiten nach Razzien verhaftet

Bei Razzien in den Wohnungen von Konvertiten beschlagnahmen Beamte christliche Bücher und Broschüren, Telefone und Computer - Vier Personen wurden verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht

 

Bei Razzien in den Wohnungen von Konvertiten beschlagnahmen Beamte christliche Bücher und Broschüren, Telefone und Computer - Vier Personen wurden verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht

IIRF-D/MEC/Tübingen/12.05.22 - Am 8. Mai gegen 22:30 Uhr führten Sicherheitsbeamte in Rasht gleichzeitig Razzien in den Wohnungen von Behnam Akhlaghi, Babak Hosseinzadeh, Ahmad (Youhana) Sarparast, Ayoub (Farzin) Pour-Rezazadeh und Morteza Mashhoodkari durch. Die Beamten beschlagnahmten christliche Bücher und Flugblätter, Telefone und Computer. Vier der Männer wurden sofort festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht. Morteza, der nicht zu Hause war, wurde später vom Korps der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) telefonisch vorgeladen. Auf Anraten seines Anwalts stellte sich Morteza am Morgen des 9. Mai der Polizei.. 

Iranische Christen bitten um Gebet für die fünf christliche Konvertiten, die in Rasht nach Razzien in ihren Häusern verhaftet wurden.

Alle Männer gehören der "Kirche des Iran" an und sind wegen ihres Glaubens und der damit verbundenen Aktivitäten bereits strafrechtlich verfolgt worden.

Behnam und Babak gehörten zu den neun Konvertiten, die wegen "Handelns gegen die nationale Sicherheit" und "Förderung des zionistischen Christentums" zu je fünf Jahren Haft verurteilt wurden. Sie wurden im November 2021 vom Obersten Gerichtshof freigesprochen (wir berichteten). Zu diesem Zeitpunkt hatten die neun Konvertiten insgesamt zwanzig Jahre im Gefängnis verbracht. Während ihrer Haft veröffentlichten Behnam und Babak Videos und gaben Erklärungen im Rahmen einer Kampagne (#Place2Worship - siehe https://articleeighteen.com/place2worship/) ab, in denen sie die iranischen Behörden aufforderten, das Recht der christlichen Konvertiten auf freie und gemeinsame Religionsausübung im Iran anzuerkennen.

Ayoub, Ahmad und Morteza waren zuvor am 5. September 2021 bei einem Gebetstreffen verhaftet worden (wir berichteten). Sie wurden nach Artikel 500 angeklagt und wegen "Propaganda und Erziehung zu abweichenden Überzeugungen, die der heiligen Scharia widersprechen" und "Verbindungen zu ausländischen Führern" zu jeweils fünf Jahren Gefängnis verurteilt und waren dabei, gegen ihre Urteile Berufung einzulegen.

Iranische Christen erbitten Gebet:

- dass Gott die Männer und ihre Familien stärkt und ermutigt und dass bald klar wird, wo sie festgehalten werden

- dass der Heilige Geist sie darin leitet, wie sie ihren Verhörern antworten sollen

- dass sie bald freigelassen werden

- dass die iranischen Behörden die Verfolgung religiöser Minderheiten, die friedlich nach ihrem Glauben und ihrer Überzeugung leben, einstellen

 Sie können dieses Gebetsanliegen auf der Website der MEC aufrufen, indem Sie hier klicken.

Quelle: Middle East Concern