12.05.2022

Iran: Pastor zu zehn Jahren Haft verurteilt

IIRF-D/BF/Tübingen/12.05.22 - Ein iranischer Pastor ist zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er in der Hauptstadt Teheran eine "Hauskirche" geleitet hat.

Anooshavan Avedian, ein armenisch-stämmiger Iraner, wurde außerdem zu zehn Jahren "Entzug sozialer Rechte" - zum Beispiel Einschränkungen seiner Beschäftigung - verurteilt, die nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis beginnen werden.

Zwei Mitglieder der Kirche, Abbas Soori und Maryam Mohammadi, die beide vom Islam konvertiert sind, wurden zwar nicht inhaftiert, aber ebenfalls zu zehn Jahren Entrechtung verurteilt.

Darüber hinaus wurde Abbas und Maryam ein zweijähriges Verbot auferlegt, ins Ausland zu reisen oder einer sozialen Gruppe beizutreten, sowie eine zweijährige Verbannung aus der Provinz Teheran und Geldstrafen von jeweils 50 Millionen Tomans (ca. 1.600 €).

Anooshavan wurde von der 26. Abteilung des Revolutionsgerichts in Teheran wegen "Gründung und Leitung einer illegalen Gruppe mit dem Ziel, die Sicherheit des Landes durch erzieherische und propagandistische Aktivitäten zu stören, die im Widerspruch zur heiligen Religion des Islam stehen und diese stören" verurteilt.

Abbas und Maryam wurden als Mitglieder der "illegalen Gruppe" verurteilt. Alle drei haben gegen das Urteil, das am 11. April erging, Berufung eingelegt.

Die drei wurden nach einer Razzia in der Hauskirche im August 2020 verhaftet. Jeder von ihnen wurde eine Zeit lang in Teherans berüchtigtem Evin-Gefängnis festgehalten, wo sie Einzelhaft und Verhören ausgesetzt waren.

Andere Mitglieder der Kirche wurden gezwungen, offizielle Dokumente zu unterzeichnen, in denen sie versprachen, an keinen weiteren Treffen der Hauskirche teilzunehmen und keinen Kontakt zu anderen Christen aufzunehmen.

Die Hauskirche wurde nach der Schließung einer Farsi (Persisch) sprechenden Kirche in Teheran im Jahr 2013 gegründet.

Im Gegensatz zu den historischen armenisch- und assyrischsprachigen christlichen Gemeinschaften sind persischsprachige Christen Konvertiten aus dem Islam - also Abtrünnige - und daher nach islamischem Recht strafbar.

Obwohl er als armenischer Christ in seiner eigenen Sprache Gottesdienst feiern darf, ist es Anooshavan Avedian daher untersagt, farsisprachige Gläubige zu betreuen oder Gottesdienste in Farsi, der Landessprache Irans, abzuhalten.

Quelle: Barnabas Fund 10. Mai 2022