14.05.2022

Sri Lanka: Kirche fordert Einsetzung einer Übergangsregierung

Colombo (Fides) – Neben Vertretern der Zivilgesellschaft fordert auch katholische Kirche in Sri Lanka eine Übergangsregierung, die sich für den Frieden und den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes einsetzt. In einer von der Katholischen Bischofskonferenz Sri Lankas herausgegebenen Erklärung heißt es dazu: "Mit dem Wechsel des derzeitigen Regimes ist es notwendig, eine Übergangsregierung einzusetzen, die den Schutz von Leben und Eigentum sowie die Meinungs- und Bewegungsfreiheit gewährleistet". Die Bischöfe teilen die Forderung breiter Kreise der Gesellschaft, dass die Übergangsregierung dringend für die Grundbedürfnisse der Menschen sorgen muss, die "durch die steigenden Preise für Grundgüter stark belastet sind". "Ehrliche, kompetente und prinzipientreue Führungspersönlichkeiten sollten in Schlüsselpositionen der Regierung eingesetzt werden, damit sie ihren Dienst am Land ohne politische Voreingenommenheit ausüben können", heißt es in der am 11. Mai veröffentlichten Mitteilung, die die offizielle Position der Kirche zum Ausdruck bringt.
Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubige verurteilen die "staatlich geförderte Gewalt gegen Demonstranten", zu der es in den letzten Tagen gekommen war (vgl. AKREF 11/5/2022), und fordern die Regierung und die Justiz auf, "gegen die in Korruptionsfälle verwickelten Beamte zu ermitteln".
Bei Zusammenstößen am 9. Mai wurden unterdessen neun Menschen getötet und 200 verletzt. Nach den gewaltsamen Ausschreitungen trat Premierminister Mahinda Rajapaksa am 10. Mai zurück. Sri Lanka befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise, nachdem die Wirtschaft des Landes zusammengebrochen ist und der Staat seine Auslandsschulden in Höhe von 51 Milliarden Dollar nicht mehr bedienen kann. Die Bevölkerung forderte den Rücktritt von Präsident Gotabaya Rajapaksa und dessen Bruder, Premierminister Mahinda Rajapaksa.
Auch Ansicht des Gouverneurs der Zentralbank von Sri Lanka, Nandalal Weerasinghe, steht ein Zusammenbruch der Wirtschaft des Landes bevor, sollte nicht umgehend eine Übergangsregierung ernannt werden, die auf eine wirtschaftliche Erholung und soziale und politische Stabilität hinarbeitet.
(SD-PA) (Fides 13/5/2022)