21.09.2022

Nigeria: 2021 mehr Christen ermordet als auf der restlichen Welt

68 Menschenrechtsorganisationen schreiben an US-Außenminister Blinken

Washington (IDEA) – Im vergangenen Jahr sind im westafrikanischen Nigeria mehr Christen wegen ihres Glaubens ermordet worden als auf der übrigen Welt zusammen, nämlich 4.650. Darauf machen 68 Menschenrechtsorganisationen und Experten in einem Brief an US-Außenminister Antony Blinken aufmerksam. Darin fordern sie, Nigeria wieder offiziell als „Country of Particular Concern (CPC)“ einzustufen, also als Land, das Anlass zu besonderer Besorgnis gibt. Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF/Washington) legt jährlich einen Bericht vor, in dem sie Länder benennt und dem US-Außenministerium eine entsprechende Einordnung empfiehlt. Der frühere Außenminister Mike Pompeo hatte Nigeria im Jahr 2020 zum CPC erklärt, aber Blinken übernahm 2021 die Bezeichnung nicht. Die Aberkennung dieses Status nannte die US-Kommission einen „schwerwiegenden Fehler“.

14 Christen werden täglich ermordet

Die Federführung bei dem Brief an Blinken hat die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International. Deren Rechtsberater für globale Religionsfreiheit, Sean Nelson (Washington), weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass „in Nigeria fast täglich schwere Verletzungen der Religionsfreiheit stattfinden, und die Dinge werden immer schlimmer“. Statistisch würden täglich 14 Christen in dem Land getötet. Allein in diesem Jahr seien bereits 2.543 Christen „Opfer dschihadistischer Gewalt“ geworden. Neben Christen würden aber auch Muslime, die Extremismus ablehnen, von terroristischen Gruppen umgebracht. Genannt werden die Terrorgruppe Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) und der „Islamische Staat – Provinz Westafrika (ISWAP)“. Etwa jeweils die Hälfte der 220 Millionen Einwohner Nigerias sind Christen und Muslime.