22.09.2022

Nigeria: An den dunkelsten Orten scheint das Licht am hellsten

Erlebnisbericht von HMK Schweiz

Seit 2021 wird Nigeria unter den zehn Ländern mit der ausgeprägtesten Christenverfolgung aufgeführt. Die Terrororganisation Boko Haram hat mehr Christen umgebracht als der IS in Syrien und Irak zusammen.

Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung Nigerias bekennt sich zum Christentum, die andere Hälfte zum Islam. Der christliche Teil lebt mehrheitlich im Süden und der muslimische Teil im Norden. Die radikale islamistische Organisation Boko Haram hat ihre Hochburg im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes, von wo aus sie Attacken gegen christliche Dörfer verübt. Häuser werden niedergebrannt, Männer umgebracht und Frauen und Kinder vergewaltigt.

Tragische Flucht
Abigail (Name geändert) ist 45 Jahre alt und Mutter von vier Kindern. Sie erzählt: «Als Boko Haram meine Stadt überfiel, töteten sie meinen Ehemann und eines meiner Kinder. Meine 16-jährige Tochter habe ich nie wieder gesehen und ich weiss nicht, ob sie noch lebt. Ich, meine Schwester und unsere anderen Kinder wurden gefangengenommen. Sie hielten uns in einem Haus fest und wollten uns zwingen, ihre Religion anzunehmen. Wir weigerten uns. Eines Tages wurde das Haus bombardiert und wir schafften die Flucht in eine andere Stadt.»

Ein neues Leben
Der lokale Partner der HMK unterstützt Frauen, die solches Elend erlebt haben, beim Aufbau einer neuen Existenz. Sie werden in Gruppen eingeladen, in denen sie andere Frauen kennenlernen, denen Ähnliches widerfahren ist. Gemeinsam lernen sie, ihr Trauma zu verarbeiten. Sie erfahren mehr über den christlichen Glauben und es wird ihnen beigebracht, wie man Geld spart und ein kleines Geschäft aufbaut, um sich und ihre Kinder zu ernähren.

Abigail erzählt, wie es ihr nach der Flucht erging: «Ich fühlte mich hoffnungslos. Doch dann wurde ich in eine christliche Gruppe eingeladen. An den wöchentlichen Treffen beten wir füreinander und lernen mehr über die Bibel. Die Leiterinnen bringen uns bei, wie man Geld spart und auf einfache Art Dinge herstellt. Ich habe wieder gelernt, andere zu lieben. Es ermutigt mich zu wissen, dass auch Leute in der Schweiz an uns denken, und ich danke Gott dafür.»

Quelle: https://www.hmk-aem.ch