08.07.2025

Deutschland: Bremen - Gemeindehilfsbund solidarisiert sich mit Pastor Olaf Latzel

Seine Kirche kürzt ihm für vier Jahre die Bezüge

Walsrode (IDEA) – Der Gemeindehilfsbund (Walsrode) hat seine Solidarität mit Olaf Latzel bekundet. Die Kirchenleitung (Kirchenausschuss) der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) hatte im Mai angekündigt, dem Pastor der St.-Martini-Kirche für vier Jahre die Bezüge um fünf Prozent zu kürzen. Sie sollen Organisationen zur Verfügung gestellt werden, die als Anlaufstellen für sexuelle Minderheiten dienen. Grund für die Maßnahme sind Aussagen des Pastors in einem Eheseminar seiner Gemeinde im Oktober 2019. Darin hatte er unter anderem Homosexualität als eine „Degenerationsform der Gesellschaft“ bezeichnet und gesagt: „Diese Homolobby, dieses Teuflische kommt immer stärker, immer massiver, drängt sich immer mehr hinein.“ Latzel entschuldigte sich später für die Aussagen und löschte die Aufzeichnung seiner Ansprache im Internet. Das wegen der Aussagen gegen ihn eingeleitete Strafverfahren wurde im August 2024 gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Die Kirche will „einen unbequemen Prediger mundtot machen“

Der Vorsitzende des Gemeindehilfsbundes, Pastor Stefan Felber, und der Geschäftsführer des Bundes, Johann Hesse, haben nun einen Offenen Brief an die Kirchenleitung der BEK geschickt. In dem Text, der der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA vorliegt, ersuchen sie um eine Rehabilitierung Latzels und die Rücknahme der Maßnahme. Sie kritisieren, dass die Kirchenleitung Latzel „zu einer willkürlich bemessenen Geldstrafe“ verurteilt und diese noch durch die Art der Verwendung der einbehaltenen Gelder verschärft habe. „Mit Ihrer Haltung im vorliegenden Fall haben Sie die nötige Solidarität mit einem treuen Verkündiger aufgekündigt. Vertreter Ihrer Kirche haben trotz seiner Bitte um Entschuldigung Gefallen daran gefunden, einige Sätze von ihm zu skandalisieren.“ Der Kirchenausschuss habe offensichtlich versucht, mit Hilfe der weltlichen Macht „einen unangenehmen Prediger mundtot zu machen“ – so wie es bereits bei den Prozessen gegen Jesus und den Apostel Paulus (Apostelgeschichte 21–26) geschehen sei.