30.07.2025
Kuba: Pastoren zunehmend Ziel von Verfolgung und Schikanen
International Christian Concern – Pastor Maikel Pupu Velázquez verschwand am 9. Juli in Kuba etwa 14 Stunden, nachdem er der Enkelin eines Bekannten Epilepsiemedikamente gebracht hatte.
Velázquez lieferte die Medikamente an die Enkelin von Marta Perdomo Benites, deren Söhne wegen ihrer Teilnahme an einer friedlichen Demonstration im Juli 2021 in San José de las Lajas, Mayabeque, inhaftiert worden waren.
Unmittelbar nach der Lieferung wurde Velázquez plötzlich der Zutritt zum Haus von Perdomo Benites verwehrt. Kurz nach einem Telefonat mit einem anderen Pastor verschwand er. Sein Telefon wurde sofort ausgeschaltet, wodurch jeglicher Kontakt unterbrochen wurde.
Pastoren der Allianz der Christen Kubas (ACC) starteten eine Suche nach Velázquez und durchkämmten Krankenhäuser, Haftanstalten und Polizeistationen – doch ihre Bemühungen brachten keinen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort.
Am 10. Juli gegen 2 Uhr morgens wurde Velázquez vor seinem Haus gefunden, sichtlich erschüttert nach einem traumatischen Verhör und schweren Drohungen. Als er befragt wurde, gab er keine Details zu dem Vorfall preis und verhielt sich unberechenbar, mal schrie er, mal verstummte er unheimlich.
Die Entführung von Pastor Velázquez ist nur der jüngste in einer Reihe alarmierender Fälle von Schikanen gegen Pastoren in Kuba.
Am 20. Mai wurde der 18-jährige Sohn der Pastoren Luis Guillermo Borjas und Roxana Rojas gezwungen, den obligatorischen Militärdienst (MMS) zu absolvieren, obwohl seine Eltern aufgrund seines gesundheitlichen und psychischen Zustands dringend um eine Befreiung gebeten hatten. Ihre Forderung wurde ignoriert, und als ihr Sohn aus der Militäreinrichtung floh, wurden sie umgehend vor ein Militärgericht geladen.
Die Eltern von Borjas legten offizielle Dokumente eines medizinischen Gutachters vor, um die Befreiung zu begründen, aber der Militärstaatsanwalt wies die Beweise als falsch zurück. Aus Protest erklärte Pastor Guillermo Borjas, dass Gott das Gericht zur Rechenschaft ziehen werde. Da es illegal ist, während eines Militärgerichts Gottes Namen zu erwähnen, nahmen die Behörden die Eltern sofort fest.
Ihr Prozess wegen Respektlosigkeit und Ungehorsam wurde verschoben, und ihr Sohn bleibt weiterhin im Hochsicherheitsgefängnis Guayao inhaftiert.
Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org
Aus dem Englischen übersetzt und überarbeitet von AKREF