22.01.2020

Nigeria: Entführter Pastor von Boko Haram enthauptet

Sie sollen zwei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben

Michika (idea) – Der kürzlich von Mitgliedern der radikal-islamischen Terrormiliz Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) entführte evangelische Pastor Lawan Andimi ist enthauptet worden. Das meldete der nigerianische Journalist Ahmad Salkida am 21. Januar über den Kurznachrichtendienst Twitter. Dort schreibt er, dass er am Nachmittag des Vortages ein Video von der Hinrichtung Andimis erhalten habe. Er habe daraufhin die Familie, die Behörden und die Kirche informiert. Am 2. Januar hatten als Militärangehörige verkleidete Islamisten die Stadt Michika im Bundesstaat Adamawa angegriffen. Dabei sollen sie Augenzeugenberichten zufolge den örtlichen Leiter der überkonfessionellen „Christian Association of Nigeria“ (Christliche Vereinigung von Nigeria/CAN) in einen Wagen gedrängt haben. Am 5. Januar tauchte ein Video auf, in dem Andimi unter anderen den Gouverneur Adamawas, Ahmadu Finitiri, anfleht, sich für seine Freilassung einzusetzen. Er äußerte sich überzeugt, dass Gott die Situation unter Kontrolle habe und rief seine Familie dazu auf, geduldig zu sein: „Weint nicht, macht euch keine Sorgen, aber dankt Gott für alles!“ Der Journalist Salkida war es auch, der das erste Video zugespielt bekam und auf Twitter veröffentlicht hatte. Zur Hinrichtung des Geistlichen sprach er der Familie sein Beileid aus und schrieb dazu auf Twitter: „Einige Nachrichten zu veröffentlichen, kann traumatisch sein. Mit einer solchen habe ich zu kämpfen.“ Der Pastor sei ein Kirchenleiter sowie ein Vater für seine Familie und Gemeinschaft gewesen. Er hinterlässt seine Frau und neun Kinder.

Pastor wollte christlichem Glauben nicht abschwören

Die CAN bestätigte den Tod Andimis und bezeichnete den brutalen Mord als Schande für die nigerianische Regierung. Wie das evangelikale Magazin „Christianity Today“ (Christenheit heute) berichtet, rief die Vereinigung eine dreitätige Fasten- und Gebetszeit aus. Ihr Leiter für rechtliche und öffentliche Angelegenheiten, Kwamkur Samuel Vondip, beteuerte, dass sie alles Menschenmögliche für die Befreiung Andimis getan habe. Er rief die Regierung und den nigerianischen Präsidenten, Muhammadu Buhari, dazu auf, „sich aktiver um die Beendigung der mutwilligen Tötungen und der Zerstörung von Leben und Eigentum zu bemühen“. Laut der Zeitung „Christian Post“ starb Andimi, weil er seinem christlichen Glauben nicht abschwören wollte. Darüber hinaus hätten die Entführer eine Lösegeldsumme von zwei Millionen Euro verlangt. Die CAN habe aber nur rund 5.000 Euro zusammenbekommen. Andimi gehörte der „Kirche der Brüder in Nigeria“ (EYN) an. Sie ist seit 1984 Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und hat nach dessen Angaben rund 160.000 Mitglieder und 450 Pastoren. Von den 188 Millionen Einwohnern Nigerias sind 48 Prozent Kirchenmitglieder und 51 Prozent Muslime.

AKREF: siehe auch Bericht über seine Hinrichtung vom 21.1.20