22.04.2020

Paraguay: Katholische Bischöfe warnen vor Auswirkungen

der sozialen Isolation und bitten um Solidarität mit Bedürftigen

Asunción (Fides) - „Die Verbreitung des Coronavirus in unserem Land und auf der ganzen Welt hat ernste und schwerwiegende Auswirkungen auf das Leben eines jeden Menschen, auf das soziale Leben und auf unsere Art, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Die Bemühungen, die Ausbreitungskurve dieser Krankheit zu senken, hatten zunächst das erwartete Ergebnis, aber wir wissen, dass der Plan zur Eindämmung der Pandemie mehrere Monate andauern wird. Versuche, die Auswirkungen auf die Familien und die Volkswirtschaft abzuschwächen, erfordern allerdings eine durchdachte, geordnete und nachhaltige Antwort. Die von den Ökonomen angekündigten Programme stellen Sparmaßnahmen und der wirtschaftlichen Rezession in Aussicht, von der die Bevölkerung bereits heute betroffen ist", so der Ständige Rat der Bischofskonferenz von Paraguay in einer Analyse zur  Lage.
 "Wir spüren die Dringlichkeit einer engen Begleitung der am stärksten gefährdeten Familien und Gruppen, nicht nur mit Nahrungsmitteln, sondern auch mit besonderer Unterstützung für eine wirksame kurz-, mittel- und langfristige wirtschaftliche Erholung", schreiben die Bischöfe in ihr Botschaft. Neben der Gewährleistung der Effizienz des Gesundheitssystems bei der Bekämpfung der Pandemie seien Maßnahmen notwendig, “um die mit der Entwicklung sozialer Isolationsmaßnahmen einhergehende Nahrungsmittel- und Wirtschaftskrise zu lindern".
Der Zustand der Fragilität, unter dem ein großer Teil der Bevölkerung bereits leide, werde sich in den kommenden Monaten verschlechtern, und man können das Ausmaß und die Schwere noch nicht abschätzen.
"Der Hunger ist ein aktueller Schrei, den wir nicht ignorieren dürfen", so die Bischöfe weiter und würdigen die Solidarität der Bürger untereinander, die teilweise die Initiativen der Regierung ersetzen. „Die bischöfliche Kommission für soziale Seelsorge und die Abteilung für soziale Seelsorge jeder Diözese arbeiten unermüdlich mit der Unterstützung von Freiwilligen und Zivilverbänden zusammen, um unseren Brüdern und Schwestern Hilfe zu bringen. Wir sind jedoch besorgt, dass die soziale Sicherheit durch die Verschlechterung der Zustände gefährdet sein könnte".
Die Bischöfe fordern eine "wirksame Kommunikation zwischen nationalen und regionalen Behörden, um eine rechtzeitige Reaktion sicherzustellen" und an appellieren an die Behörden mit der Bitte um eine "transparente Verwaltung und gerechte Verteilung der für die Sozialhilfe bereitgestellten wirtschaftlichen Ressourcen", damit "Familien umgehend genug und nachhaltig Nahrung erhalten, solange die Restriktionsmaßnahmen gelten."
 Schließlich bekräftigen die Bischöfe die uneingeschränkte Verfügbarkeit der Kirche und die Bereitschaft der Zusammenarbeit über ihre pastoralen Strukturen, damit die Nahrungsmittelhilfe alle Familien erreicht. Indem die Bischöfe die Bevölkerung auffordern, sich weiterhin an die Bestimmungen der Gesundheitsbehörden und der Regierung zu halten, beten sie dafür, "dass Gott uns hilft, die Folgen dieser Pandemie durch Solidarität zu überwinden".
(SL) (Fides 22/04/2020)