25.02.2020

Burkina Faso: 500.000 Menschen sind auf der Flucht

DMG interpersonal: Auch ein einheimischer Missionar ist unter den Opfern

Sinsheim (idea) – Das Missions- und Hilfswerk DMG interpersonal (Sinsheim/Nordbaden) hat sich besorgt über die massive Zunahme der Gewalt in Burkina Faso geäußert. Extremistische Gruppen überzögen den Nordosten des westafrikanischen Landes mit Gewalt. Mehr als 500.000 Menschen seien bereits innerhalb des Landes auf der Flucht. Unter den Ermordeten sei auch ein einheimischer Missionar, den der stellvertretende DMG-Direktor, Andrew Howes, und seine Frau Elisabeth gut kannten: Lankoande Babribile. Der etwa 70-Jährige wurde in der Nacht zum 11. Februar 2020 von Extremisten getötet, als diese Sebba, die Hauptstadt der Provinz Yagha im Nordosten des Landes, angriffen.

Ehepaar Howes: Es trifft uns hart

Howes und seine Frau waren Ende der 90er Jahre selbst als Missionare in Sebba tätig. Damals hätten sie sich mit Babribile angefreundet, der dem in Burkina Faso ansässigen Stamm der Gourma angehörte. Als junger Mann sei er in den Norden von Burkina Faso gezogen, um unter dem Volk der Fulani zu arbeiten, so das Ehepaar Howes. Dort habe Babribile Sprache und Kultur der Fulani kennengelernt und sonntags Gottesdienste abgehalten. Er habe auch dann noch im Norden Burkina Fasos gepredigt, als aus Sicherheitsgründen keine ausländischen Mitarbeiter mehr vor Ort geblieben seien: „Es trifft einen hart, wenn Menschen, die wir so gut kennen, für Gottes Reich ihr Leben lassen.“

Ein Land, das nicht zur Ruhe kommt

In dem westafrikanischen Staat kommt es bereits seit mehreren Monaten immer wieder zu brutalen Übergriffen. So waren am 16. Februar bei einem islamistischen Anschlag auf eine Kirche in Pansi, einer Ortschaft in der Region Sahel, mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. An Heiligabend 2019 wurden bei einem Angriff auf ein Militärlager und die Zivilbevölkerung von Aribinda (Provinz Soum) im Nordosten des Landes mindestens 42 Menschen getötet, darunter 35 Zivilisten und sieben Soldaten. Von den rund 19 Millionen Einwohnern Burkina Fasos sind 60 Prozent Muslime und 25 Prozent Christen. Im Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks Open Doors (Kelkheim) belegt das Land Platz 28 von 50. DMG interpersonal ruft dazu auf, für die Menschen in dem Land zu beten.