25.05.2020

USA: Kirche nach Klage gegen Gottesdienstverbot niedergebrannt

Die Polizei geht von Brandstiftung aus

Holly Springs (idea) – In der im US-Bundesstaat Mississippi gelegenen Stadt Holly Springs ist eine Kirche in der Nacht des 20. Mai bis auf ihre Grundmauern niedergebrannt. Die dortige pfingstkirchliche Gemeinde „First Pentecostal Church“ hatte zuvor gegen das Gottesdienstverbot der Stadt geklagt. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus. Medienberichten zufolge fanden die Ermittler auf dem Parkplatz vor der Kirche ein Graffiti: „Wetten, ihr bleibt jetzt zu Hause, ihr Heuchler.“ Zum Hintergrund: Im April hatte die Gemeinde eine Klage gegen die Stadt Holly Springs eingereicht, die im Rahmen ihrer Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Gottesdienste untersagt hatte. Obwohl der Bundesstaat Mississippi Gotteshäuser als „essenziell“ eingestuft und damit Versammlungen mit mehr als zehn Personen gestattet hatte, wertete die Stadt Holly Springs diese Ende März hingegen als „nicht essenziell“ und verbot damit religiöse Zusammenkünfte. Wie die Online-Zeitung „Christian Post“ berichtet, hatte die Polizei aus diesem Grund den Ostergottesdienst (12. April) und zehn Tage später eine Bibelstunde gestört und mit Strafen angedroht. Dagegen legte die Gemeinde Beschwerde ein. Ende April räumte ein Bundesgericht der Kirche das Recht ein, vorerst zumindest Autogottesdienste abzuhalten. Das endgültige Urteil, ob die Kirchenmitlgieder sich künftig wieder persönlich versammeln dürfen, steht laut „Christian Post“ noch aus. Wie der Gouverneur von Mississippi, Tate Reeves (Republikaner) dazu sagte, darf eine Stadt zwar strengere Richtlinien als der Bundesstaat einführen, diese dürfen sich jedoch nicht widersprechen.

Kritik an Brandstiftung

Die Ermittlungsbehörden haben eine Belohnung für Hinweise zum Brand ausgelobt. Der Pastor der Pfingstkirche, Jerry Waldrop, sagte gegenüber den Medien, dass er und die Gemeindeleitung nicht wüssten, wer hinter der Tat stecken könnte: „Wir kennen niemanden, von dem wir auch nur denken, dass er zu so etwas in der Lage wäre.“ Wie es mit dem Gebäude weitergehe, sei noch unklar. Eventuell werde man vorerst Räumlichkeiten mieten müssen. Gouverneur Reeves verurteilte den Kirchenbrand scharf. Das Feuer und die hinterlassene Botschaft hätten ihn wütend und untröstlich gemacht. Er kündigte an, dass er die Untersuchung der Brandstiftung weiterverfolgen werde.