28.04.2020

Pakistan: Christen werden bei Lebensmittelvergaben benachteiligt

Kritik kommt von der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit

Karatschi (idea) – In Pakistan haben Christen auch in der Corona-Krise mit Benachteiligung zu kämpfen. So sollen ihnen Hilfsorganisationen Lebensmittelpakete aufgrund ihres Glaubens vorenthalten haben. Das berichtet etwa die Online-Zeitung Asia News. In Pakistans größter Stadt Karatschi (Provinz Sindh) habe die Nichtregierungsorganisation Saylani Welfare International Trust – sie hilft Obdachlosen und Saisonarbeitern – Christen und Hindus Nahrungsmittelhilfen mit der Begründung verweigert, diese seien allein Muslimen vorbehalten. Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) äußerte sich beunruhigt über diese Berichte. Das Kommissionsmitglied Anurima Bhargava bezeichnete solche Aktionen als „verwerflich“. Nahrungsmittelhilfen dürften nicht aus Glaubensgründen verweigert werden: „Wir fordern die pakistanische Regierung nachdrücklich auf, dafür zu sorgen, dass die Nahrungsmittelhilfe der Verteilungsorganisationen zu gleichen Teilen Hindus, Christen und anderen religiösen Minderheiten zugutekommt“, so die Menschenrechtsanwältin. Von den knapp 200 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus. Mehr als 13.300 Menschen (Stand: 27. April) haben sich mit dem Coronavirus infiziert, 281 bislang gestorben.