30.04.2020

Deutschland: Ende der Kooperation mit Ditib bei „Reli“

Kultusminister: Zweifel an der Unabhängigkeit des Verbandes nicht ausgeräumt

Wiesbaden (idea) – Der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi (Offenbach) begrüßt die Entscheidung des Landes Hessen, beim islamischen Religionsunterricht nicht länger mit dem türkischen Moscheeverband Ditib (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) zusammenzuarbeiten. Das hatte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am 28. April in Wiesbaden bekanntgegeben. Die zum Schuljahr 2013/14 gestartete Kooperation soll mit Ablauf des laufenden Schuljahres beendet werden. Wie Lorz weiter sagte, konnten die Zweifel an der grundsätzlichen Unabhängigkeit von Ditib von der türkischen Regierung nicht ausgeräumt werden. Ausschlaggebend seien dabei auch aktualisierte Bewertungen von Gutachtern gewesen, die Strukturen erkennbar hätten werden lassen, „die unserem Gedanken von Unabhängigkeit entgegenstehen“. Es sei nicht zu erwarten, „dass die Defizite in absehbarer Zeit beseitigt werden können“.

Abgeordneter Tipi: „Islamunterricht“ nur mit staatlichen Lehrkräften auf Deutsch

Wie der türkischstämmige Moslem Tipi der Evangelischen Nachrichtenagentur idea dazu sagte, ist es richtig gewesen, als Grundlage für die Entscheidung weitere Gutachten einzuholen. Der momentan laufende Schulversuch „Islamunterricht“ werde nun als staatliches Angebot für Schüler muslimischen Glaubens ausgeweitet. Tipi: „Der Unterricht wird dann nach vom Land Hessen erarbeiteten Lehrplänen und ausschließlich von staatlichen Lehrkräften in deutscher Sprache erteilt.“ Wie er weiter sagte, ist es wichtig, „dass Schüler von klein auf religiöse Bildung erfahren“.

3.300 Kinder im islamischen Religionsunterricht

Die Zusammenarbeit des Landes mit der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde bleibt von der aktuellen Entscheidung unberührt. Ditib kritisierte den Beschluss. Er sei enttäuschend sowie ein falsches und fatales Zeichen, erklärte der Landesverband Hessen. In dem Bundesland wird der islamische Religionsunterricht an 68 Schulen erteilt. Nach Angaben des Kultusministeriums nehmen daran über 3.300 Kinder der Klassen 1 bis 6 teil.