09.06.2021

Demokratische Republik Kongo: Anglikanischer Geistlicher unter 55 Toten bei islamistischem Anschlag

BF/IIRF-D/Tübingen/09.06.2021 - Ein anglikanischer Geistlicher war unter mindestens 55 Menschen, die bei islamistischen Angriffen auf Lager für Binnenflüchtlinge getötet wurden.

Die Lager wurden sowohl im Gebiet Irumu in der Provinz Ituri als auch in Tchabi in der Provinz Nord-Kivu angegriffen. Neben den getöteten Personen wurde eine unbekannte Anzahl von Menschen entführt.

Die Angriffe am 31. Mai wurden von den Allied Democratic Forces (ADF) ausgeführt, einer aus Uganda stammenden extremistischen Gruppe, die vermutlich Verbindungen zum Islamischen Staat hat.

Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge schätzt, dass es rund eine halbe Million Binnenvertriebene in der Demokratischen Republik Kongo gibt.

Nach Angaben des Barnabas Fund hatten es die Islamisten auf die mehrheitlich christliche Volksgruppe der Banyali Tchabi (auch als Nyali bekannt) abgesehen. Das Volk der Nyali wird regelmäßig von der ADF und anderen angegriffen, weil ihr Land reich an Goldvorkommen ist.  

Die Angriffe wurden von UN-Generalsekretär António Guterres verurteilt, der in einer durch seinen Sprecher herausgegebenen Erklärung die kongolesischen Behörden aufforderte, diese Vorfälle zu untersuchen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen".

Die ADF wurde im März 2021 von den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation eingestuft. Im April warnten christliche Führer in der D.R. Kongo vor der Strategie der ADF, "Opfer zu entführen und zu zwingen, sich dem islamischen Glauben anzuschließen".

Die islamistische Gruppe, die seit über 20 Jahren im mehrheitlich christlichen Nordosten der D.R. Kongo aktiv ist, tötete bei Angriffen in der Provinz Nord-Kivu im Oktober 2020 mehr als 20 Menschen und entweihte ein Kirchengebäude.

Quelle: Baarnabas Fund 7. Juni 2021