01.09.2016

Algerien: Gefangener des Monats September

Zu fünf Jahren Haft verurteilten Christen Slimane Bouhafs freilassen!

Der in Algerien inhaftierte Christ Slimane Bouhafs. Foto: Privat/idea

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Zum „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Algerien inhaftierten Christen Slimane Bouhafs benannt. Sie rufen dazu auf, für ihn einzutreten und zu beten. Ein Gericht in Setif in der Kabylei hatte Bouhafs wegen Blasphemie zur Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der ehemalige Muslim hatte am 21. Juni auf seiner Facebook-Seite geschrieben: „Mohammed weint, weil er in der Kabylei und in ganz Algerien schon verloren hat. Seine Lüge verschwindet in Algerien, weil das Licht Christi da ist, der Frieden und die Wahrheit ist, der wahre Weg.“ Auf Facebook hatte sich der 49-Jährige, der sich im Jahr 2006 taufen ließ, auch regelmäßig für Demokratie und Religionsfreiheit eingesetzt. Bouhafs leidet unter entzündlichem Rheuma. Seine Familie befürchtet daher, dass sich sein Gesundheitszustand unter den Bedingungen der Haft ernsthaft verschlechtern könnte. Die IGFM und idea rufen dazu auf, sich in Briefen an den algerischen Präsidenten Abd al-Aziz Bouteflika für die sofortige Freilassung Bouhafs einzusetzen. Seine Verurteilung widerspreche der in der Verfassung garantierten Gewissens- und Glaubensfreiheit. Die Demokratische Volksrepublik Algerien habe außerdem den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. Nach Angaben der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Mittleren Osten leben in Algerien bis zu 365.000 Christen – überwiegend ehemalige Muslime. Das sind etwa ein Prozent der 39 Millionen Einwohner. Die Übrigen sind fast ausschließlich Muslime. Der Islam ist Staatsreligion. 

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