13.10.2021

UN-Berichterstatter: Warnung vor Islamophobie, aber Islam darf kritisiert werden

IIRF-D/BF/Tübingen/14.10.21 - Ahmed Shaheed, der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, hat sich besorgt über das Anwachsen der Islamophobie geäußert und behauptet, dass seit den Terroranschlägen vom 11. September das Misstrauen gegenüber Muslimen "epidemische Ausmaße angenommen hat".

Shaheed äußerte diese Besorgnis in einem "Bericht über die Bekämpfung von Islamophobie/antimuslimischem Hass", der dem UN-Menschenrechtsrat auf seiner Tagung im Frühjahr 2021 vorgelegt wurde.

In dem Bericht heißt es jedoch, dass "Kritik an den Ideen, Führern, Symbolen oder Praktiken des Islams" an sich keine Islamophobie sei und dass "die internationalen Menschenrechtsgesetze Einzelpersonen und nicht Religionen schützen".

Ahmed Shaheed, der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, verglich Islamophobie mit einer "Epidemie", unterschied jedoch zwischen antimuslimischem Hass und legitimer Kritik am Islam

Shaheed, ehemaliger Außenminister der Malediven, argumentierte, dass es "kollektive Schuldzuweisungen an Muslime für terroristische Handlungen, die angeblich im Namen des Islams verübt wurden, sowie islamfeindliche Haltungen gibt, die sich auf negative Verallgemeinerungen über den Islam stützen".

Er führt weiter aus, dass es Standpunkte gibt, "die [Muslime] als bedrohlich darstellen und sich auf Konstruktionen von unüberbrückbaren kulturellen Unterschieden zwischen Muslimen und den Werten der Mehrheitsbevölkerung stützen".

Diese Ansichten, so Shaheed, "haben zu Diskriminierung, Feindseligkeit und Gewalt gegen muslimische Einzelpersonen und Gemeinschaften geführt".

"Ich fordere die Staaten nachdrücklich auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um direkte und indirekte Formen der Diskriminierung von Muslimen zu bekämpfen und jegliche Befürwortung von religiösem Hass zu verbieten, die eine Aufstachelung zur Gewalt darstellt", fügte er hinzu.

Shaheeds Zugeständnis, dass Kritik am Islam nur dann als Islamophobie gilt, wenn sie mit einem "Hass" auf Muslime als Einzelpersonen einhergeht, scheint einen gewissen Schutz für diejenigen zu bieten, die sich zu islamischen Lehren oder Praktiken äußern wollen.

In einer Erklärung vor dem UN-Menschenrechtsrat erklärte Shaheed: "Mein Bericht leugnet nicht, dass Fundamentalisten und Politiker gleichermaßen den Vorwurf der 'Islamophobie' ausnutzen, um legitime Kritik an islamischen Praktiken und Überzeugungen zu bestrafen oder sogar Sympathie für den Terrorismus zu wecken."

"Andere", so fügte er hinzu, "haben auf die Islamophobie mit unklugen Kampagnen zur Kriminalisierung von Äußerungen reagiert, die als 'blasphemisch' gelten."

In seinem Buch „Dawa: The Islamic Strategy for Reshaping the Modern World“  stellt Dr. Patrick Sookhdeo, Direktor des Barnabas Fund International, fest, dass die der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) angeschlossenen Länder seit 1999 erfolgreich UN-Resolutionen zur religiösen Diffamierung verabschiedet haben, die den Islam vor Kritik schützen sollen. "Damit werden der islamistische Terrorismus und seine Finanzquellen geschützt, gestärkt und unterstützt. Das Verbot kritischer Äußerungen über den radikalen Islam und den islamistischen Terrorismus ist ein Schritt zur Legitimierung von Gewalt, die im Namen des Islam begangen wird."

Seit 2011 haben die Vereinten Nationen jedoch den Schwerpunkt von der Diffamierung von Religionen auf die Diskriminierung von "Personen aufgrund ihrer Religion oder Weltanschauung" verlagert, was laut Sookhdeo darauf hindeutet, "dass andere Nationen begonnen haben, die Agenda hinter der Sorge der OIC um 'religiöse Diffamierung' zu erkennen und daran interessiert sind, die Redefreiheit zu schützen".

Quelle: Barnabas Fund 8. Oktober 2021