07.07.2026
Israel: Israeli spricht bei ICF München über 505 Tage Hamas-Geiselhaft
Wie Omer Wenkert die Gefangenschaft in den Hamas-Tunneln überlebt hat
München (IDEA) – Der Israeli Omer Wenkert, der 505 Tage in der Gewalt der Terrororganisation Hamas war, hat in der Freikirche ICF München über seine Geiselhaft berichtet. Wie die Gemeinde mitteilte, sprach der 25-Jährige am 5. Juli bei deren „Israel Sunday“ (Israelsonntag) über die Gefangenschaft, aber auch über sein Leben vor und nach dieser Zeit. Den Angaben zufolge war es das erste Mal, dass eine ehemalige Hamas-Geisel öffentlich in München auftrat. Wie der Pressesprecher der ICF München, Konstantin Fritz, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA erklärte, nahmen rund 750 Personen an der Veranstaltung teil. Wenkert war beim Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 nach dem Besuch des Nova-Festivals entführt worden. Vor der Verschleppung habe er davon geträumt, Restaurantmanager zu werden, sagte er. In den Tunneln der Hamas sei er geschlagen, gedemütigt und ausgehungert worden. Während der Gefangenschaft habe er 40 Prozent seines Körpergewichts verloren. 197 der 505 Tage habe er in kompletter Isolation verbracht.
Gebete gaben ihm Kraft
Obwohl er sich vor der Entführung nicht als religiös bezeichnet hätte, habe ihn während der Haft die Gewissheit begleitet, „niemals allein gewesen zu sein“. Er habe gespürt, dass jemand über ihn wache. Diese innere Gewissheit sowie die Erinnerung an die Gebete mit seinem Großvater hätten ihm Kraft und Hoffnung gegeben. Ein weiterer Schlüssel zum Überleben sei Dankbarkeit gewesen – für die schmutzige Matratze, für verschimmeltes Fladenbrot oder dafür, noch sehen zu können. Selbst für die Schläge der Hamas-Wächter mit einer Eisenstange habe er dankbar sein können. Diese Haltung habe ihm geholfen, unter unmenschlichen Bedingungen mentale Gesundheit zu bewahren. Er habe zwar bereits zuvor an Gott geglaubt, nun aber praktiziere er den jüdischen Glauben und esse beispielsweise koscher.
„Friede kann nicht mit Hass oder Terror erreicht werden“
Auf die Frage, warum er trotz des Erlebten keinen Hass empfinde, antwortete Wenkert, er habe sich bewusst dagegen entschieden, Hass Raum in seinem Herzen zu geben, denn Hass zerstöre letztlich das eigene Leben. Seine Botschaft laute: „Friede kann nicht mit Hass oder Terror erreicht werden.“ Er schloss das Interview mit den Worten: „Wenn du aufwachst und den Himmel über dir siehst und einfach frei bist, das zu tun, was du möchtest, hast du eigentlich alles, was du brauchst.“
Verbundenheit mit Israel
Der „Israel Sunday“ ist ein besonderer Themensonntag des ICF München, der die Situation im Nahen Osten aus biblischer Sicht beleuchtet und die Verbundenheit mit Israel und dem jüdischen Volk in den Mittelpunkt stellt. Die jüdische Organisation „Keren Hayesod“ habe den Besuch Wenkerts organisatorisch und finanziell ermöglicht. Mit der Einladung wolle das ICF München ein Zeichen der Solidarität mit dem jüdischen Volk sowie gegen Antisemitismus, Terror und jede Form von Menschenfeindlichkeit setzen. Die Gemeinde bekenne sich zu ihren jüdischen Wurzeln: Jesus Christus, seine Jünger und alle Autoren des Alten und Neuen Testaments seien Juden gewesen. Nach eigenen Angaben besuchen sonntags rund 2.000 Menschen die Gottesdienste der Gemeinde.