11.07.2026
EU: Parlament verurteilt Massaker in christlichem Dorf Nigerias
ADF International lobt eine fast einstimmig verabschiedete Resolution
Brüssel (IDEA) – Das Europäische Parlament hat ein Massaker auf ein von Christen bewohntes Dorf in Nigeria „aufs Schärfste“ verurteilt. Ende Juni hatten mutmaßlich muslimische Fulani-Kämpfer den Ort Kawel im zentral gelegenen Bundesstaat Plateau angegriffen. Dabei wurden laut Hilfsorganisationen 22 Menschen getötet. In einer am 9. Juli mit 510 Stimmen verabschiedeten Resolution (eine Gegenstimme) wurde auch jegliche Gewalt gegen Zivilisten in der gesamten Mittelgürtelregion Nigerias verurteilt. So gebe es einen „alarmierenden Anstieg“ von Entführungen. Das Europäische Parlament forderte die nigerianischen Behörden auf, „eine gründliche, transparente und unabhängige Untersuchung des Massakers von Kawel durchzuführen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und der Straflosigkeit ein Ende zu setzen“. Die Regierung solle ferner die Terrorismusbekämpfung gegen bewaffnete Militante, insbesondere in der Mittelgürtelregion, und die Bemühungen zur Bekämpfung der Terrorgruppen Boko Haram und Islamischer Staat Provinz Westafrika verstärken. Als Ursachen der Gewalt nennt die Resolution „eine komplexe Kombination aus religiösen, ethnischen und interkommunalen Spannungen, Konflikten zwischen Bauern und Hirten, Land- und Wasserstreitigkeiten, organisierter Kriminalität, extremistischen Aktivitäten, Klimabelastungen und anhaltender Straflosigkeit“. Die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International begrüßte die Resolution. Ihr Rechtsberater für globale Religionsfreiheit, Sean Nelson (Washington), erklärte, das Massaker von Kawel sei keine Einzeltragödie: „Es ist Teil eines verheerenden und gut dokumentierten Musters der Gewalt gegen Christen in Nigeria.“ ADF lobte das Europäische Parlament dafür, „dass es Nigeria weiterhin zur Rechenschaft zieht, um die Christen und religiösen Minderheiten zu schützen.“ Am verheerendsten sei die Christenverfolgung in der Mittelgürtelregion.