14.07.2026
Deutschland: Antisemitische Vorfälle in NRW erreichen neuen Höchststand
Die Zahl antisemitischer Straftaten und Vorfälle in Nordrhein-Westfalen ist 2025 deutlich gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht der Antisemitismusbeauftragten des Landes hervor.
Demnach wurden im Jahr 2025 in Nordrhein-Westfalen 786 antisemitische Straftaten registriert – knapp 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem dokumentierte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (RIAS NRW) 1.102 antisemitische Vorfälle und damit einen neuen Höchststand. Das geht aus dem Jahresbericht der Antisemitismusbeauftragten des Landes, Sylvia Löhrmann, hervor.
Auch an den Hochschulen bleibe die Lage angespannt, heißt es. Die Zentrale Beratungsstelle für Antisemitismus an Hochschulen erfasste 85 Vorfälle – nach 79 im Jahr 2024 und 25 im Jahr 2023. Löhrmann erklärte: „Die erneut gestiegenen Zahlen antisemitischer Straftaten und Vorfälle in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen erfüllen mich mit großer Sorge.“ Judenhass sei ein Angriff auf Jüdinnen und Juden sowie auf die Grundwerte der Demokratie.
Die Beauftragte fordert deshalb eine dauerhafte Verankerung von Präventions- und Bildungsangeboten. Lehrkräfte sollten stärker für das Thema sensibilisiert werden, zugleich müssten Beratungsangebote, Netzwerke gegen Antisemitismus und die digitale Präventionsarbeit ausgebaut werden. „Gerade der digitale Raum darf kein Raum der Straflosigkeit sein“, betonte Löhrmann.
>>> Jahresbericht der Antisemitismusbeauftragten in NRW
Quelle: jesus.de