14.08.2026
USA: Coca-Cola in der Kritik - Christen vermuten Diskriminierung
Personalisierte Dosen: Bei „Jesus ist king“ kommt eine Fehlermeldung
Atlanta (IDEA) – Der US-Getränkekonzern Coca-Cola steht in der Kritik, christliche Botschaften auf personalisierten Cola-Dosen zu unterdrücken. Bei der „Share a Coke“-Kampagne wies das Online-Tool die Eingabe „Jesus is king“ (Jesus ist König) mit einer Fehlermeldung ab, während Formulierungen wie „Satan is king“ (Satan ist König), „Allah is king“ (Allah ist König) oder „I hate Jesus“ (Ich hasse Jesus) offenbar problemlos möglich waren. Auslöser der Debatte sind Videos, die seit Anfang August auf Social-Media-Plattformen kursieren. Die bis zuletzt in den USA aktive Kampagne sollte es Kunden ermöglichen, das Firmenlogo durch einen Namen zu ersetzen oder mit einer kurzen Botschaft zu ergänzen.
Boykottaufrufe im Netz
Einige Christen sehen in der ungleichen Behandlung eine gezielte Zurücksetzung christlicher Inhalte und rufen zum Boykott auf. Auf Instagram und TikTok verbreiteten sich Videos, in denen Nutzer Cola-Produkte in den Ausguss schütten. Ein Nutzer namens Ryan Haff dokumentierte den Vorgang mit einer Live-Demonstration des Personalisierungstools. In den Kommentaren heißt es unter anderem: „Die mächtigste Stimme, die wir haben, ist unser Geldbeutel.“
Konzern spricht von technischem Problem
Coca-Cola reagierte am 8. August mit einer Stellungnahme. Es handele sich nicht um eine religiöse Bevorzugung, sondern um ein technisches Problem in der Vorschaufunktion des Online-Tools, sagte ein Sprecher der US-Nachrichtenplattform Fox News Digital. Dort seien Varianten eingeschränkter Begriffe sichtbar gewesen, die im anschließenden Prüfprozess ohnehin nicht zur Produktion freigegeben worden wären. „Wir haben Schutzmechanismen, um die Freigabe und Produktion von Dosen und Flaschen mit religiösen, politischen, markenrechtlich geschützten, unangemessenen oder anderweitig eingeschränkten Begriffen zu verhindern“, teilte der Konzern dem US-Magazin „Parade“ mit. Die Vorschaufunktion sei vorläufig deaktiviert und die Annahme neuer personalisierter Bestellungen ausgesetzt worden.
Unternehmen behält sich Ablehnung vor
Laut den offiziellen Angaben auf der Unternehmenswebseite behält sich Coca-Cola ausdrücklich vor, Namen oder Phrasen auf personalisierten Produkten abzulehnen. Häufig würden Formulierungen wegen doppeldeutiger Aussagen oder aufgrund „kultureller oder religiöser Empfindlichkeiten“ zurückgewiesen. Bestellungen, die die Moderation nicht bestehen, würden storniert und erstattet. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung waren personalisierte Flaschen und Dosen auf der US-Webseite des Unternehmens als „ausverkauft“ gekennzeichnet.