17.08.2026
Deutschland: Protest gegen Versammlung von Abtreibungsgegnern eskaliert
Göttingen: Polizei musste Lebensrechtler schützen – Zwölf verletzte Beamte
Göttingen (IDEA) – In Göttingen ist der Protest gegen eine friedliche Versammlung von Abtreibungsgegnern eskaliert. Dabei wurden zwölf Polizeibeamte verletzt. Nach Angaben der Polizei hatte am 15. August auf dem Marktplatz eine ordnungsgemäß angemeldete Versammlung unter dem Motto „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“ stattgefunden. Daran hätten rund 20 Personen teilgenommen, darunter einige aus Frankreich. Im Verlauf der Veranstaltung habe sich ein spontaner Gegenprotest formiert. Es sei zu lautstarken Störungen durch Zwischenrufe und laute Musik gekommen. Wegen der zunehmend angespannten Stimmung hätten die eingesetzten Polizeikräfte eine Kette gebildet, um ein Aufeinandertreffen der beiden Gruppen zu verhindern. Nach dem Ende der Versammlung hätten die Teilnehmer – begleitet von Einsatzkräften – den Marktplatz verlassen, um zu ihren Fahrzeugen zu gehen. Laut Polizei versuchten dabei Gegendemonstranten, die Polizeikette zu durchbrechen, um zu den Teilnehmern der beendeten Versammlung vorzudringen. Dabei hätten Personen aus dem Gegenprotest auch Gewalt gegen Einsatzkräfte angewendet.
Einsatz von Pfefferspray
Den Angaben zufolge musste die Polizei die Angreifer zurückdrängen. Dabei sei es auch zum Einsatz körperlicher Gewalt und von Pfefferspray gekommen. Ein unmittelbares Aufeinandertreffen der Gruppen habe man verhindern können. Zwölf Polizeibeamte hätten Verletzungen erlitten im Zusammenhang mit dem Einsatz des Pfeffersprays. Zu möglichen Verletzungen von Teilnehmern der Versammlung und des Gegenprotests liegen der Polizei bislang keine Erkenntnisse vor. Zur medizinischen Versorgung waren mehrere Rettungswagen im Einsatz. Veranstalter von Versammlungen unter dem Motto „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“ ist die katholische Laienbewegung „Deutsche Gesellschaft für Tradition, Familie und Privateigentum“. Zum Hintergrund: In Göttingen gibt es eine starke autonome und linksradikale Szene, die oft aggressiv gegen Andersdenkende auftritt, etwa bei Aktionen für das Lebensrecht ungeborener Kinder.