17.08.2026
Niger: Entführter US-Missionspilot wieder in Freiheit
Kevin Rideout war neun Monate in Geiselhaft – US-Präsident: Ich habe geholfen
Charlotte (IDEA) – Im westafrikanischen Niger ist ein entführter US-Missionspilot nach mehr als neunmonatiger Geiselhaft freigelassen worden. Das teilte das überkonfessionelle evangelikale Missionswerk „Serving In Mission“ (SIM International) mit Sitz in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) am 14. August auf seiner Internetseite mit. Es handelt sich um Kevin Rideout, der seit 2010 im Niger arbeitete. Der dreifache Familienvater transportierte dort Personal, Hilfsgüter und Ausrüstung für humanitäre Projekte in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Zuvor war er kommerziell als Pilot tätig und leitete in einer Baptistengemeinde in Charlotte die Bibelstunde, wie die christliche Plattform „God reports“ berichtete.
Christen beteten für den Entführten
Rideout war in der Nacht zum 22. Oktober 2025 von drei bewaffneten Männern in Niamey, der Hauptstadt des Landes, verschleppt worden. Zu dem Zeitpunkt war er 48 Jahre alt. Während der Gefangenschaft hatten zahlreiche Christen in den USA und weltweit zum Gebet für Rideout aufgerufen. Dazu gehörte unter anderen der Evangelist und Präsident der Billy-Graham-Gesellschaft, Franklin Graham (Charlotte).
Trump: Täter waren dschihadistische Terroristen
Über die Hintergründe der Freilassung ist nichts bekannt. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform „Truth Social“, er sei stolz, zu verkünden, dass Rideout, „ein wunderbarer christlicher Missionar“, wieder in US-Obhut sei. Rideout sei „von dschihadistischen Terroristen in Westafrika entführt“ worden – dem „Epizentrum des islamistischen Terrorismus“, wo es im vergangenen Jahr mehr tödliche Anschläge gegeben habe als anderswo auf der Welt. Er freue sich, geholfen zu haben. Einen Tag nach der Entführung Rideouts gab die US-Botschaft in Niamey eine Sicherheitswarnung heraus, in der darauf hingewiesen wurde, dass US-Bürger im gesamten Niger einem erhöhten Entführungsrisiko ausgesetzt seien. Trump setzt sich für verfolgte Christen in Westafrika ein. Insbesondere die Lage der Christen im Nachbarland Nigeria thematisiert er immer wieder.
Rideout befindet sich in einem guten Zustand
Nach Angaben von SIM International befindet sich Rideout in einem guten gesundheitlichen Zustand. Er werde in Kürze mit seiner Ehefrau Krista, seinen Kindern und den weiteren Angehörigen wiedervereint. Die Familie sei „zutiefst dankbar“ für die weltweiten Gebete während der Gefangenschaft, insbesondere für die Anteilnahme innerhalb der SIM-Familie. Das Missionswerk bat darum, die Privatsphäre der Familie zu respektieren. Das Missionswerk „Serving In Mission“ wurde 1893 gegründet und hat nach eigenen Angaben rund 4.000 Mitarbeiter in 70 Ländern. Für Deutschland dient das Missions- und Hilfswerk DMG interpersonal (Sinsheim/Nordbaden) als SIM-Büro. Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 des christlichen Hilfswerks Open Doors steht Niger auf Platz 26 der 50 Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Von den rund 29 Millionen Einwohnern sind 96 Prozent Muslime und 0,3 Prozent Christen.