25.06.2026

Bangladesch: Prediger tätlich angegriffen

ICC-Nachrichten & Berichte - „Arif Salam“, 55, ist Fahrradmechaniker, Ehemann und Vater. Er ist außerdem ein unabhängiger Prediger, der in seinem überwiegend muslimischen Land Bangladesch offen das Evangelium verkündet.

Am Nachmittag des 5. Juni hörte Salam ein Klopfen an seiner Tür. Eine Gruppe von Männern befragte ihn, warum er das Namaz, die täglichen rituellen Gebete, nicht verrichte. Er erklärte ruhig, dass er ein Nachfolger Jesu Christi sei. Sofort griffen die Männer ihn an.

Salam muss sich nun um Wunden am ganzen Körper, einschließlich seines Kopfes, kümmern. Er und seine Familie kämpfen mit Traumata, Ängsten und Furcht. Als „Christian Solidarity Worldwide“ (CSI) von dem Angriff erfuhr, schloss sich die Organisation mit einem örtlichen Pastor und Freiwilligen zusammen, um Salam und seiner Familie dringende medizinische Versorgung und Unterstützung zukommen zu lassen. Sie setzten sich mit der örtlichen Polizeibehörde in Verbindung, um eine ordnungsgemäße Untersuchung sicherzustellen, und sind nun dabei, rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Der Angriff auf Salam ist einer von mehreren Übergriffen auf Christen, seit die jüngste politische Partei des Landes im Februar an die Macht gekommen ist.

Die Mitte-rechts-gerichtete, Kapitalismus-freundliche Bangladesh Nationalist Party (BNP) ist die erste gewählte Regierung, seit das Land im Jahr 2024 die Regierung von Sheikh Hasina gestürzt hat.

Sie ist der Hauptgegner der Jamaat-e-Islami, einer radikalislamischen Partei, der die Männer angehören, die hinter dem Angriff auf Salam stehen.

Obwohl die Jamaat nicht die führende Partei ist, gewinnt sie ebenso wie mehrere andere islamistische politische Gruppierungen zunehmend an Einfluss.

Ein christliches Projekt zur Förderung der beruflichen Fähigkeiten junger Menschen im Südwesten Bangladeschs geriet unter Druck einer lokalen islamistischen politischen Gruppierung und musste eingestellt werden. Im Norden sieht sich eine Frau, die einen Jüngerschaftskurs für Frauen leitet, mit Gegenreaktionen islamistischer Führer konfrontiert. Islamistische Extremisten haben einen Pastor wegen seiner mutigen Verkündigung des Evangeliums schwer zusammengeschlagen.

Obwohl die BNP behauptet hat, sich für die Stabilität religiöser Minderheiten einsetzen zu wollen, haben sich ihre Bemühungen gegenüber islamistischen politischen Gruppierungen wie der Jamaat als erfolglos erwiesen. Heute ist Bangladesch der 33. gefährlichste Ort der Welt für Christen.

 

Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org