25.07.2026

Indien: Petition beleuchtet Gewalt durch Bürgerwehren

ICC-Nachrichten & Berichte – Der Oberste Gerichtshof Indiens hat am 15. Juli eine Petition verhandelt, die die zunehmende Hassrede gegen Christen und insbesondere die Gewalt durch Bürgerwehren während christlicher Feste thematisiert.

Die allgemein als „Gewalt-Petition“ bekannte Petition entstand im Jahr 2022 aufgrund zunehmender lokaler Einschüchterungen und einer systematischen, über mehrere Jahre andauernden Eskalation gezielter Feindseligkeiten gegen die christliche Minderheit.

Die Petition unterstreicht die dringende Notwendigkeit gerichtlicher und gesetzlicher Maßnahmen zum Schutz der verfassungsmäßigen Grundrechte der christlichen Minderheit in Indien auf Ausübung ihres Glaubens.

Die Petition wurde vom Erzbischof der Diözese Bangalore, Dr. Peter Machado, aus dem südlichen Bundesstaat Karnataka gemeinsam mit dem National Solidarity Forum und der Evangelical Fellowship of India eingereicht.

Der Rechtsstreit begann im Juni 2022, als in der ursprünglichen Klage ein dringendes Eingreifen gegen ein „unheilvolles Phänomen der Gewalt“ und „gezielte Hassrede“ beantragt wurde, die von hindu-nationalistischen Organisationen und Selbstjustizgruppen im Land orchestriert wurden.

Allein im Mai 2022 wurden 57 einzelne Gewalttaten registriert. Der erfahrene Anwalt Colin Gonsalves brachte diese Angelegenheiten vor eine Kammer des Obersten Gerichtshofs und argumentierte, dass die Behörden auf Bundes- und Landesebene es versäumt hätten, Kultstätten zu schützen.

Der Oberste Gerichtshof erkannte die Schwere der Beschwerden an und setzte den Fall für eine formelle Anhörung im Juli 2022 auf die Tagesordnung, was den Beginn einer langwierigen verfassungsrechtlichen Prüfung der Sicherheit von Minderheiten markierte.

Weit davon entfernt, nach der Klageeinreichung im Jahr 2022 abzunehmen, zeigten die Aufzeichnungen über feindselige Vorfälle einen starken Aufwärtstrend in den letzten vier Jahren. Bis 2025 stieg die Zahl der dokumentierten gewalttätigen Vorfälle gegen die Gemeinschaft auf über 800. Dieses systemische Muster hielt bis in die ersten sechs Monate des Jahres 2026 an, in denen weitere 285 Vorfälle gemeldet wurden.

In der Petition wird betont, dass die Störungen bewusst zeitlich so gelegt werden, dass sie regelmäßig auf bedeutende liturgische Zeiten und wichtige religiöse Feste wie Weihnachten, die Fastenzeit, den Karfreitag und Ostern abzielen, zu denen sich größere Gemeinden zum Gebet versammeln.

Ein bedeutender Schwerpunkt der jüngsten rechtlichen Entwicklungen sind die hohen menschlichen Opfer im Bezirk Narayanpur in Chhattisgarh, die auf die Gewalttaten in den Jahren 2022 und 2023 zurückzuführen sind.

Dutzende Familien wurden unter dem Vorwand, illegale Religionswechsel zu verhindern, gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben.

Anstatt umgehend staatlichen Schutz zu erhalten, sahen sich viele Opfer strafrechtlichen Gegenanklagen ausgesetzt. Auch wenn 38 Christen Anfang 2026 aufgrund völlig unbegründeter Vorwürfe letztendlich freigesprochen wurden, verdeutlichen die langwierigen Rechtsstreitigkeiten ein allgemeines Muster, bei dem lokale Behörden die Opfer faktisch kriminalisieren.

Zu den wichtigsten Maßnahmen, die die Antragsteller fordern, gehört präventive Polizeiarbeit durch direkte, durchsetzbare Richtlinien für die örtlichen Polizeikräfte, um drohende Angriffe aktiv zu verhindern.

Außerdem forderten sie eine strenge Rechenschaftspflicht und rechtliche Konsequenzen für rechtsgerichtete Selbstjustiz-Netzwerke, die außerhalb des Gesetzes agieren.

In dem Antrag wurde unter anderem auch eine verstärkte Sicherheit während großer religiöser Feste gefordert, um das Grundrecht auf freie Bekenntnis, Ausübung und Verbreitung des Glaubens zu gewährleisten.

Die nächste Anhörung ist für den 21. August angesetzt.

 

Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org