30.06.2026

Deutschland: Karmelmission - Trotz Christenverfolgung wenden sich Muslime Jesus zu

120. Jahresfest: Bisheriger Missionsinspektor Stefano Fehr wird Missionsleiter

Schorndorf (IDEA) – Trotz Christenverfolgung in der islamischen Welt finden gerade dort Muslime zum Glauben an Jesus Christus. Das bezeugten einheimische Mitarbeiter der Evangelischen Karmelmission aus Indonesien, Indien, Nigeria, Libanon, Kenia und Bulgarien beim 120. Jahresfest des Werkes. Wie der neue Missionsleiter der Organisation, Stefano Fehr, mitteilte, versammelten sich dazu 800 Teilnehmer am 28. Juni in Schorndorf bei Stuttgart.

Nigeria: Trotz Verfolgung geistliches Wachstum

Ein nigerianischer Mitarbeiter der Karmelmission schilderte, wie Muslime im islamisch geprägten Norden des Landes allein durch das Lesen der Bibel zum Glauben an Jesus Christus kämen. Mehr als die Hälfte der 230 Millionen Nigerianer seien Muslime. Sie lebten mehrheitlich in den nördlichen Staaten des Landes, dem Arbeitsfeld der Karmelmission. Die Sicherheitslage dort sei sehr angespannt. Täglich komme es zu Entführungen durch islamische kriminelle Banden. Im Norden Nigerias würden ganze Dörfer überfallen und Christen wie auch gemäßigte Muslime ermordet. Doch gerade inmitten der Operationsgebiete islamischer Terrorbanden wendeten sich Muslime durch das Bibellesen dem christlichen Glauben zu. Das zeige, wie mächtig das Evangelium sei, so der Mitarbeiter, der selbst einst ein fanatischer Muslim war.

Indien: Islamgelehrte finden zum Glauben an Christus

Ein indischer Mitarbeiter der Karmelmission aus dem Norden des Landes berichtete, wie in den vergangenen Jahren Hunderte Imame und Koranschulleiter zum Glauben an Jesus Christus gefunden hätten. „Gerade die Islamgelehrten, die sich im Koran und in der islamischen Theologie auskennen, haben viele Fragen und Zweifel an der Richtigkeit der islamischen Lehre“, sagte der Mitarbeiter, der selbst Enkel eines bekannten Islamgelehrten ist. Durch solche Muslime finde man leichten Zugang zu anderen Muslimen.

Fanatische Hindus attackieren Kirchen

Die Glaubensfreiheit in Indien ist, so der Mitarbeiter, inzwischen allerdings stark eingeschränkt. Seit April regierten die Hindu-Nationalisten auch im Bundesstaat Westbengalen. Ermutigt durch diesen „Sieg“ griffen fanatische Hindus immer wieder Kirchen an. Anfang Juni attackierte ein hinduistischer Mob auch die Hausgemeinde des indischen Mitarbeiters. Die Gläubigen sind nach seinen Worten zusammengeschlagen und aufgefordert worden, „die Lehre Jesu“ zu verlassen und „zu ihren indischen Wurzeln zurückzukehren“.

Wechsel an der Spitze des Missionswerks

Auf dem Jahresfest wurde Martin Landmesser (66) nach 27 Dienstjahren als Missionsleiter von zwei Vertretern der Mitgliederversammlung mit großem Dank verabschiedet. Als Nachfolger berief die Versammlung einstimmig den bisherigen Missionsinspektor Stefano Fehr (54). Die 1904 gegründete Karmelmission ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten auf den Islam spezialisierten Verlage für evangelistische Literatur. Sie unterhält Regionalbüros in 20 Ländern mit mehr als 200 Mitarbeitern. Neben dem evangelistischen Dienst versorgt das Missionswerk Tausende Kriegsflüchtlinge im Sudan, Libanon, Irak und in Jordanien mit Hilfsgütern.