30.07.2026

Israel: Vorbehalte gegen die UNRWA

Die UNRWA hat sich von ihrer ursprünglichen Bestimmung entfernt. Israel wirft dem Hilfswerk für arabische Flüchtlinge Palästinas unter anderem enge Beziehungen zur Terrorgruppe Hamas vor.

(Von Israelnetz  29. Juli 2026) Seit fast acht Jahrzehnten begleitet das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge. Die 1949 gegründete Organisation sollte ursprünglich auf die humanitäre Notlage nach dem ersten arabisch-israelischen Krieg reagieren.

Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich jedoch zu einer Institution mit humanitärer, politischer und symbolischer Bedeutung. Heute ist ihre Zukunft ungewisser denn je. Auf den ersten Blick geht es in der Debatte um eine Organisation der Vereinten Nationen. Tatsächlich prallen jedoch zwei grundlegend unterschiedliche Vorstellungen von Frieden aufeinander.

Für die einen bleibt die UNRWA unverzichtbar, solange keine endgültige politische Lösung gefunden wurde. Ihre Abschaffung würde Millionen von Menschen gefährden, die weiterhin auf ihre Hilfe angewiesen sind.

Für die anderen – allen voran Israel – trägt gerade der Fortbestand dieser Institution dazu bei, den Konflikt zu verfestigen, indem Mechanismen fortgeführt werden, die ihren Ursprung im Jahr 1949 haben. Nach dieser Auffassung kann Frieden nur entstehen, wenn auch jene Institutionen verändert werden, die den Konflikt seit nahezu achtzig Jahren begleiten.

Damit erschöpft sich die Zeit nach Gaza nicht mehr im Wiederaufbau zerstörter Städte. Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche Institutionen dieses Gebiet künftig verwalten werden – und auf welcher Grundlage.

Warum Israel die UNRWA heute ablehnt

Die israelische Ablehnung beruht nicht allein auf den Vorwürfen, die nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 erhoben wurden. Da wurde bekannt, dass einzelne Mitarbeiter der Organisation an den Operationen der Hamas beteiligt gewesen sein oder diese unterstützt haben sollen. Für die israelischen Behörden bestätigten diese Enthüllungen eine seit Langem vertretene Überzeugung: Die UNRWA sei nicht länger Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Israel wirft der Organisation mehrere Fehlentwicklungen vor.

Der erste Vorwurf betrifft die Vererbung des Flüchtlingsstatus. Anders als beim Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) wird der von der UNRWA anerkannte Flüchtlingsstatus an die Nachkommen weitergegeben. Aus den rund 700.000 im Jahr 1949 registrierten Flüchtlingen sind auf diese Weise mehrere Millionen Anspruchsberechtigte geworden.